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Mehrfamilienhaus an der Seminarstrasse 22

Das Mehrfamilienhaus an der Seminarstrasse 22 im Kirchenfeld von 1906 hat eines der schönsten Jugendstil-Gartentore Berns und einen runden Eckerker.

Mehrfamilienhaus an der Seminarstrasse 22, Bern
Foto: AnBuKu, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · Quelle
Adresse
Seminarstrasse 22
Baujahr
1906
Architekt
E. Senften-Brönnimann, Bern
Stil
Jahrhundertwende mit Jugendstil-Schmiedearbeiten
Bauherr
E. Senften-Brönnimann, Adelboden
Schutz
schützenswert, Baugruppe Kirchenfeld
Schutz
schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

Das Haus an der Seminarstrasse 22 wirkt wie eine Villa, ist aber ein Etagenwohnhaus von zweieinhalb Geschossen. Es entstand 1906 nach Plänen des Berner Architekten E. Senften-Brönnimann; als Bauherr ist ebenfalls Senften-Brönnimann eingetragen, mit Wohnsitz in Adelboden. Ein Jahr zuvor hatte er gleich nebenan die Villa Seminarstrasse 18 gebaut.

Bei beiden Häusern ist die Grundform ein Würfel, der mit denselben Mitteln aufgelöst wird. Anders als beim Nachbarhaus, dessen Ober- und Dachgeschoss mit Zierfachwerk überzogen sind, zeigt die Nummer 22 Fachwerk nur an der Kniewand und in den Giebeln. Der Putzbau hat verzahnte Ecklisenen und Fenstergewände. Die Strassenseite prägen eine Veranda mit Rundbogenöffnungen, auf der eine Terrasse liegt, und ein runder, gemauerter Eckerker. Im Dachgeschoss geht er über eine Auskragung in einen vieleckigen Aufsatz aus Fachwerk über, gekrönt von einem Spitzhelm mit schmiedeeiserner Zier.

Reich ist auch das Dach: Die Quergiebel zeigen offene Holzkonstruktionen, und die Gauben tragen kleine abgewalmte Dächer mit Zierründen und Knäufen. An Terrasse und Eingangstreppe sind gute schmiedeeiserne Gitter im Jugendstil erhalten.

Das Schönste sieht man von der Strasse aus. Die Einfriedung steht auf einem Sockel aus polygonalem Mauerwerk; ihre Gitterstäbe verbinden ein gewelltes Band mit regelmässig gesetzten Blumen, an denen Zierglieder hängen. Das Gartentor zählt das Bauinventar zu den schönsten Werken des Jugendstils in Bern: Die Pfosten aus Kunststein sind einfallsreich verziert, das Gittertor ist meisterhaft geschmiedet. 1961 wurde das Haus umgebaut, und an der Westseite kamen Garagen hinzu. Es ist als schützenswert eingestuft.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Seminarstrasse 22 · Bauinventar der Stadt Bern: Seminarstrasse 18 (Nachbarbau) · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Kirchenfeld · Wikidata: Q138809400

Lage in Bern
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Seminarstrasse 22

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