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Kunst in Bern · Werk

Knabengruppe

Knabengruppe von Karl Geiser, Gymnasium Kirchenfeld, Kirchenfeldstrasse 25, 3005 Bern, Bern
Foto: AnBuKu, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · Quelle
Künstler*in
Karl Geiser
Jahr
1926-1938
Material
Bronze
Ort
Gymnasium Kirchenfeld, Kirchenfeldstrasse 25, 3005 Bern

Geschichte des Werks

Auf einem breiten, niedrigen Steinsockel stehen zwei nackte junge Männer aus Bronze, ein dritter sitzt zu ihren Füssen auf dem Boden und stützt sich mit einem Arm ab. Einer der Stehenden streckt den Arm zum Sitzenden aus, der andere legt ihm die Hand auf die Schulter. Die Gruppe hat ein Gegenstück: Auf demselben Pausenplatz steht Geisers „Mädchengruppe“. Nach der deutschsprachigen Wikipedia zeigt diese nicht drei Mädchen, sondern zwei Mädchen und einen Knaben.

Das Schulhaus wurde 1923 bis 1926 nach Plänen des Büros Widmer & Daxelhoffer gebaut; 1926 zog das städtische Gymnasium ein. Im selben Jahr gewann der in Bern geborene Bildhauer den Wettbewerb um zwei Plastiken für den Platz vor dem Neubau. Die Arbeit zog sich über zwölf Jahre hin und war für Geiser nach übereinstimmender Darstellung von Wikipedia und SIKART eine Qual. Die 1937 gegossene Mädchengruppe stand zunächst vor dem Schweizer Pavillon der Weltausstellung in Paris. Am 8. April 1938 wurden beide Gruppen in Bern eingeweiht. Das Historische Lexikon der Schweiz hält fest, dass sich Geiser zu diesem Zeitpunkt nicht mehr mit ihnen identifizieren konnte.

Karl Geiser kam 1898 in Bern zur Welt; das Historische Lexikon nennt den 22. November, SIKART den 22. Dezember. Nach der Matura 1917 bildete er sich als Autodidakt, 1918 bezog er ein eigenes Atelier, Ende 1922 zog er nach Zürich. Köpfe und Figuren von Knaben waren sein frühes Hauptthema. Später erhielt er grosse öffentliche Aufträge, etwa für eine David-Figur in Solothurn und ein Denkmal der Arbeit in Zürich, konnte aber keinen davon vollenden. Man fand ihn am 5. April 1957 tot in seinem Atelier.

Seit 2015 wird über die Gruppen auch öffentlich gestritten: Nachdem in Schaffhausen eine Jünglingsfigur Geisers heimlich aus einer Schule entfernt und nach Protesten wieder aufgestellt worden war, kamen laut Wikipedia auch die Berner Knaben- und Mädchengruppe in die Diskussion.

Das Gebäude selbst lohnt einen zweiten Blick: Die Aula schmücken Wandbilder von Cuno Amiet aus den Jahren 1927 und 1928, und der Aussenraum gilt im Bauinventar als denkmalpflegerisch wertvoll.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Kultur Stadt Bern, Kunst im öffentlichen Raum (offene Daten) · Wikipedia (de): Karl Geiser · SIKART Lexikon: Karl Geiser · Historisches Lexikon der Schweiz: Karl Geiser · Wikipedia (de): Gymnasium Kirchenfeld · Bauinventar der Stadt Bern: Kirchenfeldstrasse 25 (Gymnasium Kirchenfeld) · Wikimedia Commons: Foto des Werks (Ansicht)

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Daten: Kultur Stadt Bern (offene Daten „Kunst im öffentlichen Raum“). Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.