Szenen aus der Mariengeschichte

- Künstler*in
- François Baud; Gaston Faravel
- Jahr
- 1933
- Material
- Stein, Reliefs in den Türleibungen
- Ort
- Marienkirche, Wylerstrasse 26, Hauptportal
Geschichte des Werks
Die Eingangshalle der Marienkirche öffnet sich mit drei Rundbögen zwischen Turm und Taufkapelle. In den Leibungen des Hauptportals dahinter zeigen Reliefs Szenen aus dem Leben Marias: laut Wikipedia den Tempelgang, ihren Tod im Kreis der Apostel, die Himmelfahrt und die Krönung. Die städtischen Daten bezeichnen das Material als Stein, Wikipedia als Kunststein. Auch die beiden Seitenportale tragen Reliefs, das rechte etwa Verlobung, Verkündigung und Heimsuchung, das linke eine Pietà.
Geschaffen hat sie der Genfer Bildhauer François Baud zusammen mit Gaston Faravel. Die Kirche selbst entwarf Fernand Dumas aus Romont, der 1930 einen Wettbewerb unter vier Architekten gewann; in der Jury sass auch Karl Indermühle. Grundsteinlegung war am 31. März 1931, geweiht wurde die Kirche am 17. Mai 1933. Nach dem Bauinventar gehört sie zu den ersten Berner Bauten der frühen Moderne. Baud und Faravel lieferten später auch den Taufstein und die Seitenaltäre aus Majolika (1940).
François Baud, 1889 in Paris geboren und 1960 in Genf gestorben, war Bildhauer, Kopist und Restaurator. SIKART nennt als Schwerpunkte Heiligenfiguren, liturgische Ausstattung und Grabkunst in der Westschweiz. Laut Historischem Lexikon der Schweiz arbeitete er mit der Genfer Groupe de Saint-Luc zusammen, die in den 1920er-Jahren die katholische Kirchenkunst erneuern wollte. Gaston Faravel (1901–1947) aus Lausanne war Maler, Dekorateur und Bühnenbildner und hatte bei René Auberjonois gelernt. Ein Zeitungsartikel von 1935 zählt unter seinen vielen Kirchenaufträgen ausdrücklich auch Bern auf.
Im Innern prägen das Mosaik der Himmelfahrt Mariens (1937) und die Glasfenster (1940–1943) von Albin Schweri den Raum. Über der Vorhalle lohnt der Blick nach oben: Das grosse Rundfenster der Westfassade ist laut Wikipedia mit kubischen Rippen in der Form eines „M“ unterteilt.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Kultur Stadt Bern, Kunst im öffentlichen Raum (offene Daten) · Wikipedia (de): Marienkirche (Bern) · Bauinventar Stadt Bern: Wylerstrasse 26 (PDF) · SIKART: François Baud · SIKART: Gaston Faravel · HLS: Groupe de Saint-Luc (Camille Noverraz) · Les Echos de Saint-Maurice 1935: Gaston Faravel, peintre et décorateur · Wikimedia Commons: Hauptportal Marienkirche Bern
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