Ehemalige Botschaft von Jugoslawien an der Seminarstrasse 5
Die ehemalige Botschaft Jugoslawiens an der Seminarstrasse 5 in Bern ist ein Betonbau von 1976–1978 und dient heute als Botschaft Serbiens.

- Adresse
- Seminarstrasse 5
- Baujahr
- 1976–1978
- Architekt
- Aleksandar Keković (Energoprojekt, Belgrad)
- Stil
- Spätmoderne mit brutalistischen und postmodernen Zügen
- Heute
- Botschaft und Konsulat der Republik Serbien
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Im Villenquartier Kirchenfeld steht an der Seminarstrasse 5 ein Bau, der sofort auffällt. Über zwei Geschossen aus vorgefertigten Betonelementen liegt ein kupfergedecktes Mansardwalmdach, das in viele Flächen gegliedert und an mehreren Stellen geöffnet ist. Die Farben ergeben sich aus den Materialien: grauer Sichtbeton, das Grün des Kupfers, braune Fensterrahmen und Holztüren, dazu ockergelbe Wandfelder.
Bauherrin war die Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien. Auf dem Grundstück stand zuvor ein Lehrerhaus des nahen Seminars Muristalden, das 1976 abgerissen wurde; der Neubau entstand 1976 bis 1978. Entworfen hat ihn der Belgrader Architekt Aleksandar Keković, leitender Architekt beim staatlichen jugoslawischen Bauunternehmen Energoprojekt, das Kraftwerke, Krankenhäuser und Schulen in Jugoslawien und vor allem in Afrika baute. Diplomatisch vertreten war das Land in Bern schon lange vorher: das Königreich Serbien ab 1917, und die Schweiz erkannte Titos Regierung am 4. Mai 1945 an.
Der Bau lebt vom Gegensatz zwischen geschlossenen und offenen Teilen. Wehrhaft wirken die ununterbrochene Dachkante, die Balkone und die kräftig profilierten Pfeiler; geöffnet wird der Bau dagegen durch das an vielen Stellen durchbrochene Dach, durch grosse Fenster ohne Sprossen und durch helle Wandflächen. Die Denkmalpflege der Stadt Bern ordnet ihn einer späten Moderne mit brutalistischen und bereits postmodernen Zügen zu, wie sie in den 1970er-Jahren an staatlichen Bauten in Belgrad zu sehen war. Als Vergleich nennt sie die wenige Jahre ältere serbische Nationalbibliothek von Ivo Kurtović (1973), vor allem wegen der Dachlandschaft, und in Bern die nahe Siedlung Brunnadern von Atelier 5 (1969–1972).
Nach dem Zerfall Jugoslawiens ging das Haus an dessen Nachfolger; heute ist es Botschaft und Konsulat der Republik Serbien. 2018 suchte Serbien zeitweise einen Käufer, die Umzugspläne wurden aber nicht umgesetzt. Im Bauinventar der Stadt ist der Bau als schützenswert eingetragen.
Ein Detail zum Suchen: die Reliefs an den seitlichen Einfassungsmauern, die den Formenreichtum des Baus bis an die Grundstücksgrenze fortsetzen.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Seminarstrasse 5 · Wikipedia (de): Seminarstrasse 5 · Wikidata: Q138788016
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