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Kunst in Bern · Bauwerk

Villenartiges Etagenwohnhaus an der Brunnadernstrasse 2

Das villenartige Etagenwohnhaus an der Brunnadernstrasse 2 in Bern entwarf Eugen Stettler 1891 als freie, asymmetrische Anlage im Garten.

Villenartiges Etagenwohnhaus an der Brunnadernstrasse 2, Bern
Foto: AnBuKu, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · Quelle
Adresse
Brunnadernstrasse 2
Baujahr
1891, Anbau 1928
Architekt
Eugen Stettler (1840–1913)
Stil
freie, asymmetrische Anlage in klassizistischer Formensprache
Bauherr
Franz von Fellenberg-Thormann
Schutz
schützenswert; Schutzverträge 1991 und 1999 (Garten)
Schutz
schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

An der Brunnadernstrasse 2 im Quartier Kirchenfeld-Brunnadern steht ein Haus, das wie eine Villa aussieht, aber von Anfang an für mehrere übereinanderliegende Wohnungen gedacht war. Es entstand 1891 nach Plänen von Eugen Stettler für Franz von Fellenberg-Thormann. Stettler (1840–1913) hatte an der École des Beaux-Arts in Paris studiert, bei Charles Garnier gearbeitet und war danach Stadtbauinspektor in Bern; von ihm stammt unter anderem das Kunstmuseum. Ab 1887 gehörte er der Kirchenfeld-Baugesellschaft an.

Der Grundriss bildet ein L, dessen Schmalseite zur Strasse zeigt. Im inneren Winkel liegt eine verglaste Veranda zwischen schlanken Backsteinpfeilern, im Obergeschoss mit gusseisernem Geländer zwischen Sockeln. Das stark geknickte Walmdach folgt dem Grundriss. Den Charakter prägen der originale ockerrote Putz, umlaufende Putzbänder, regelmässige Lisenen aus Sichtbackstein und fein abgestufte Gliederungen aus Haustein. Das Treppenhaus mit Helmdach sitzt aus der Mitte gerückt an der Nordseite.

Das Besondere ist die Komposition: Stettler gruppierte die Baumassen frei, gestaltete die Fassaden unabhängig voneinander und setzte bewusst Asymmetrien, blieb dabei aber bei einer zurückhaltenden klassizistischen Formensprache. Die Denkmalpflege bewertet diesen Versuch als vollkommen gelungen und das Haus als hervorragend proportioniert.

1928 kam im Nordosten ein Terrassenanbau hinzu, der die Formen des Kernbaus aufnimmt; ihn errichtete Baumeister E. Stucki-Glauser für den Notar Walter von Fellenberg. 1991/92 wurde die vollständig erhaltene Originalausstattung der Erdgeschosswohnung renoviert. Haus und Garten stehen durch Verträge von 1991 und 1999 unter Schutz. Im grossen Garten stehen ein hölzernes Gartenhaus aus der Bauzeit mit einem Bogen aus Gitterwerk und ein Brunnen aus Kalkstein mit querovalem Becken.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Brunnadernstrasse 2 · Wikidata: Q138747297 · HLS: Stettler, Eugen (Anne-Marie Biland)

Lage in Bern
Auf der Karte

Brunnadernstrasse 2

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