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Kunst in Bern

Das Hauptportal des Berner Münsters: das Jüngste Gericht

Über dem Haupteingang des Münsters drängen sich Engel, Heilige und Verdammte. Seit über 500 Jahren zeigt das Portal, was nach dem Glauben des Mittelalters am Ende der Zeit auf alle Menschen wartet.

Von Richard Červenka · 2 Min. Lesezeit · aktualisiert am 1. November 2026

Das Hauptportal des Berner Münsters: im spitzen Bogen viele bemalte Figuren, in der Mitte das Jüngste Gericht mit Himmel links und Hölle rechts, unten die Justitia zwischen den beiden Türen.
Foto: Mike Lehmann, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 · Quelle
Künstler
Erhart Küng und Werkstatt
Jahr
1460–1483
Material
Sandstein, bemalt
Ort
Münsterplatz 1, Hauptportal
Zugang
frei, vom Münsterplatz aus sichtbar

Das Berner Münster wurde ab 1421 gebaut. Sein grosses Westportal mit der Vorhalle ist bis heute der Haupteingang der Kirche. Die Figuren schuf der Steinmetz Erhart Küng mit seiner Werkstatt, zwischen 1460 und den frühen 1480er-Jahren. Später leitete Küng als Werkmeister den ganzen Bau des Münsters.

Was zu sehen ist

Im grossen Bogenfeld über den beiden Türen, dem Tympanon, steht in der Mitte der Erzengel Michael mit Schwert und Waage. Engel mit Trompeten kündigen das Gericht an. Links ziehen die Seligen in einem geordneten Zug zur goldenen Himmelspforte, wo ein Engel sie krönt. Rechts drängen sich die Verdammten, ihre Qualen sind drastisch dargestellt. Ganz oben im äusseren Bogen thront Christus als Weltenrichter, umgeben von Maria, Johannes dem Täufer und den zwölf Aposteln. Links und rechts der Türen stehen die klugen und die törichten Jungfrauen aus dem Gleichnis der Bibel.

Aus Maria wurde Justitia

Zwischen den beiden Türen stand ursprünglich eine Figur der Jungfrau Maria. Nach der Reformation wurde sie 1575 durch eine Justitia ersetzt, die Figur der Gerechtigkeit. Sie stammt von Daniel Heintz. Sonst hat das Portal den Bildersturm der Reformation gut überstanden. Im Münster selbst wurden Altäre und Bilder zerstört.

Original oder Kopie?

Feuchtigkeit und verschmutzte Luft haben dem Stein über die Jahrhunderte stark zugesetzt. Bei der Restaurierung von 1964 bis 1991 wurden darum alle grossen, frei stehenden Figuren, 47 an der Zahl, durch Kopien ersetzt. Die Kopien wurden nach den Farbspuren der Originale bemalt. Die Originale kamen ins Bernische Historische Museum. Die Figuren im Bogenfeld sind dagegen noch die alten.

Gut zu wissen

Das Portal liegt am Münsterplatz, wenige Schritte vom Mosesbrunnen. Schau dir den Zug der Verdammten von nahe an: Er besteht aus vielen kleinen Szenen. Unter der Justitia halten zwei Werkleute eine Schriftrolle, die an die Grundsteinlegung von 1421 erinnert.

Lage in Bern
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Münster, Hauptportal, Münsterplatz 1

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Quellen

Daten: Kultur Stadt Bern (offene Daten „Kunst im öffentlichen Raum“), © OpenStreetMap-Mitwirkende. Text: Richard Červenka, Bärn Kit. Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.