Der Geissenbub

- Künstler*in
- Johanna Keller
- Jahr
- 1942
- Material
- Laufener Kalkstein
- Ort
- Parkanlage Dalmaziquai vor Kindergarten, Dalmaziquai 91, 3005 Bern
Geschichte des Werks
Im dichten Grün neben dem Kindergarten am Dalmaziquai steht auf einem bemoosten Felsblock ein Knabe in kurzen Hosen, links und rechts von ihm je eine junge Ziege, die sich auf die Hinterbeine stellt. Die Figurengruppe ist aus Laufener Kalkstein gehauen. Das Verzeichnis der Stadt nennt sie „Der Geissenbub“, das Bauinventar und die deutschsprachige Wikipedia schreiben „Der Geissbub“; alle datieren sie auf 1942. Nach dem Bauinventar steht sie nördlich des Pausenhofs.
Der Kindergarten selbst entstand erst 1945 und 1946. Henry Daxelhofer und Karl Müller entwickelten den Pavillon aus Holzstützen und dazwischen gesetzten Durisolplatten als Normtyp. Das Bauinventar misst ihm für die Geschichte des Kindergartenbaus nach dem Krieg Bedeutung für die ganze Schweiz bei und hebt hervor, dass er samt Ausstattung im Zustand der Bauzeit erhalten ist. Der Bau steht in einem Park mit altem Baumbestand auf einem schmalen Streifen zwischen Strasse und Dalmazibach. Zur Anlage gehört auch ein Wandbild „Morgen“ von Fred Stauffer aus dem Jahr 1946.
Johanna Keller wurde am 28. August 1902 in Bern geboren und wuchs im Pfarrhaus von Steffisburg auf. Sie liess sich zur Lehrerin ausbilden und lernte an der Berner Kunstgewerbeschule von 1920 bis 1922 bei Karl Hänny das Modellieren. Danach studierte sie in Genf Bildhauerei, später in Berlin, Florenz und Paris. Acht Jahre lang war sie Sekretärin der Gesellschaft Schweizerischer Bildender Künstlerinnen. Ab 1935 arbeitete sie in ihrem Atelier an der Berner Altenbergstrasse 106, vor allem in Stein: Büsten, Brunnenfiguren, Grabsteine sowie Menschen und Tiere. Zu ihren bekannten Werken zählt die Grabskulptur „Den Einsamen“ von 1968 auf dem Friedhof Thun. Sie starb am 8. Februar 1991 in Bern; ihr Nachlass liegt im Gosteli-Archiv.
Beim Besuch lohnt auch ein Blick auf den Kindergarten: Die tiefe Vorhalle zur Strasse und die Sprossenfenster zeigen den Holzbau noch so, wie er in den 1940er-Jahren entstand.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Kultur Stadt Bern, Kunst im öffentlichen Raum (offene Daten) · Wikipedia (de): Johanna Keller · SIKART Lexikon: Johanna Keller · Bauinventar der Stadt Bern: Dalmaziquai 91 (Kindergarten) · Wikimedia Commons: Foto des Werks (Ansicht)
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Daten: Kultur Stadt Bern (offene Daten „Kunst im öffentlichen Raum“). Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.