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Kunst in Bern · Werk

Moiré-Windpendel

Moiré-Windpendel von Werner Witschi, Gymnasium Neufeld, Zwischenhof, Bremgartenstrasse 133, Bern
Foto: AnBuKu, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · Quelle
Künstler*in
Werner Witschi
Jahr
1971
Material
Stahl, verzinkt
Ort
Gymnasium Neufeld, Zwischenhof, Bremgartenstrasse 133

Geschichte des Werks

Im Gymnasium Neufeld an der Bremgartenstrasse 133, im Zwischenhof, steht ein Werk, das Werner Witschi 1971 aus verzinktem Stahl gefertigt hat: der „Moiré-Windpendel“. Das Schulhaus selbst bauten die Architekten Hans Andres und Felix Wyler von 1962 bis 1965 am Rand des Bremgartenwalds; im Frühling 1965 zogen das städtische Literar- und das Realgymnasium ein, 1966 wurde der Bau eingeweiht.

Witschi kam am 10. Juni 1906 in Urtenen zur Welt. Er erwarb 1928 an der Universität Bern das Patent als Sekundarlehrer, studierte 1928/29 in Paris bei André Lhote und unterrichtete von 1930 bis 1963 an der Sekundarschule in Bolligen, danach bis 1971 als Zeichenlehrer am Lehrerinnenseminar der Neuen Mädchenschule. Seine Gemälde entstanden zwischen 1924 und 1953. Ab den 1950er-Jahren arbeitete er ungegenständlich in Eisen; bekannt wurde er mit dem „Rütlischwur“ für die Landesausstellung 1964 in Lausanne, der seit 1965 in Flüelen steht.

Ab 1966 wandte sich Witschi der Bewegung zu. Er setzte Pendel aus Stabreihen mit Blechen auf Metallstäbe und fügte gelochte Bleche hintereinander. Bewegen sich solche Gitter gegeneinander, entstehen Moiré-Muster, die sich ständig verändern. Nach einem Nachruf von Swissinfo entdeckte er den Moiré-Effekt erst mit rund sechzig Jahren über seine Windpendel; danach folgten unter anderem Arbeiten für das Gymnasium Neufeld. Mit den kinetischen Werken fand er laut dem Historischen Lexikon der Schweiz internationale Beachtung.

Witschi starb am 24. Dezember 1999 in Bolligen. Ein weiteres Moiré-Objekt von ihm, aus zwei gebogenen Lochblechen und von 1974, gehört zum Institut für Exakte Wissenschaften an der Grossen Schanze. Im Hof des Gymnasiums lohnt es sich, an einem windigen Tag stehen zu bleiben: Dann verschieben sich die Muster mit jeder Bewegung des Pendels.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Kultur Stadt Bern, Kunst im öffentlichen Raum (offene Daten) · HLS: Witschi, Werner · Wikipedia (de): Werner Witschi · Swissinfo: Berner Künstler Werner Witschi 93-jährig gestorben · Wikipedia (de): Gymnasium Neufeld · Bauinventar Stadt Bern: Sidlerstrasse 5

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