Christophorus

- Künstler*in
- Bernhard Luginbühl
- Jahr
- 1986
- Material
- Eisen
- Ort
- Burgerspital, Bahnhofplatz 2
Geschichte des Werks
Beim Milchgässli, neben dem hinteren Eingang des Burgerspitals am Rand des Bahnhofplatzes, steht eine Eisenplastik von Bernhard Luginbühl. Die städtischen Daten nennen sie „Christophorus“ und datieren sie auf 1986; Wikimedia Commons und Wikidata geben 1991 an. Eigentümerin ist laut Wikidata die Stadt Bern.
Ursprünglich stand die Plastik bei der Heiliggeistkirche. In einer Antwort an den Stadtrat vom 5. September 2007 nannte der Gemeinderat sie den „Christoffel“ und einen Sonderfall: Sie sei später entstanden als die kleinen Kunstwerke, die Berner Kunstschaffende Anfang der 1980er-Jahre am Bahnhofplatz geschaffen hatten, und gehöre nicht zu deren Konzept. Wegen der Bauarbeiten am Platz musste sie trotzdem weichen. Vorerst kam sie als Leihgabe der Stadt in das Freilichtmuseum des Künstlers in Mötschwil, während man mit ihm einen Ort suchte, an dem sie besser wirkt. Laut Commons steht sie seit 2015 beim Burgerspital.
Der Name erinnert an einen Ort ganz in der Nähe: Gegenüber der Heiliggeistkirche stand bis 1865 der Christoffelturm. In seiner Nische zur Stadt hin stand ab 1498 eine 9,7 Meter hohe Figur des heiligen Christophorus aus Lindenholz. Nach einer knappen Gemeindeabstimmung im Dezember 1864 wurde der Turm abgebrochen; Reste der Fundamente liegen heute in der Unterführung zum Bahnhof. Ob Luginbühl sich auf diese Figur bezog, sagen die Quellen nicht.
Luginbühl wurde am 16. Februar 1929 in Bern geboren, als Sohn eines Metzgers. Von 1945 bis 1948 lernte er Steinbildhauer, ab 1949 brachte er sich das Arbeiten mit Eisen selbst bei. Das Historische Lexikon der Schweiz zählt ihn zu den wichtigsten Vertretern der Schweizer Eisenplastik; seine Werke setzte er aus Fundstücken und geschmiedeten Teilen zusammen, das Material holte er oft von Schrottplätzen und aus stillgelegten Industrieanlagen. Ab 1965 lebte er auf einem Bauernhof in Mötschwil, um den herum ein Skulpturenpark entstand. Er starb am 19. Februar 2011 in Langnau.
Wer am Bahnhofplatz sucht, findet die Plastik nicht auf dem Platz selbst, sondern etwas zurückversetzt im Milchgässli.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Kultur Stadt Bern, Kunst im öffentlichen Raum (offene Daten) · Gemeinderat der Stadt Bern, 5. 9. 2007: Postulat „Ist der Berner Witz auf dem Bahnhofplatz nicht doch noch zu retten?“ · Wikimedia Commons: Kategorie Christophorus (Bernhard Luginbühl 1991) · Wikidata: Christophorus (Q65923103) · HLS: Luginbühl, Bernhard · Wikipedia (de): Bernhard Luginbühl · Wikipedia (de): Christoffelturm · Wikimedia Commons: Eisenplastik Christophorus (Bernhard Luginbühl 1991)
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Daten: Kultur Stadt Bern (offene Daten „Kunst im öffentlichen Raum“). Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.