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Kunst in Bern · Werk

Fassadenschmuck

Fassadenschmuck von Gustave Piguet, Rathaus, Südfassade, Rathausplatz, Bern
Foto: AnBuKu, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · Quelle
Künstler*in
Gustave Piguet
Jahr
1942
Material
Kunststein & Sandstein
Ort
Rathaus, Südfassade, Rathausplatz

Geschichte des Werks

Wer vom Rathausplatz zur grossen Freitreppe des Rathauses hinaufschaut, sieht an der Südseite eine ganze Reihe von Figuren aus Sandstein und Kunststein. Laut Wikipedia sind links der heilige Martin, Diogenes, ein Engel, die Wahrheit und Tugenden dargestellt, rechts Samson, Satan, die Lüge, Laster und die Feigheit. Eine der Figuren ist auf Wikimedia Commons als Sandsteinstatue „Wahrheit“ von 1942 dokumentiert. Nach dem Kunstführer der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte stammt die gesamte Bauplastik der Freitreppe von Gustave Piguet.

Die Figuren entstanden beim letzten grossen Umbau. Das Rathaus, Sitz der Kantonsregierung, des Grossen Rates und des Stadtparlaments, wurde 1406 bis 1417 erbaut und 1865 bis 1868 von Friedrich Salvisberg reich neugotisch ausgestattet. Von 1940 bis 1942 baute es Martin Risch mit dem Ziel um, den mittelalterlichen Bau wiederherzustellen; dabei wurde die Freitreppe weitgehend neu im historischen Stil aufgebaut. Wikipedia sieht in den neuen Skulpturen die Ideen des damaligen sozialistischen Baudirektors Robert Grimm, verbunden mit der geistigen Landesverteidigung. Der Kunstführer der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte urteilt kritisch, unter dem Eindruck der Kriegsjahre sei „ein wuchtiges Denkmal in einem zeitbedingten Heimatstil“ entstanden.

Gustave Piguet kam am 19. Februar 1909 in Interlaken zur Welt und starb am 12. Dezember 1976; sein Bürgerort war Le Chenit im Waadtländer Jura. SIKART beschreibt ihn als Bildhauer für Bauten und den öffentlichen Raum. Nach einer Kurzbiografie bei AskArt lernte er in Bern Holz- und Steinbildhauer, ging nach Paris, beteiligte sich an der Weltausstellung 1937 und kehrte 1939 bei Kriegsbeginn nach Bern zurück, wo viele Aufträge folgten. Wie Wikipedia berichtet, gab der spätere Bildhauer Walter Kretz nach einem Besuch bei Piguet die Schule vor der Matura auf und wurde Lehrling bei einem Steinbildhauer.

Vor Ort lohnt es sich, die Figuren paarweise zu lesen: Wahrheit und Lüge stehen sich über die Treppe hinweg gegenüber.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Kultur Stadt Bern, Kunst im öffentlichen Raum (offene Daten) · Wikipedia (de): Rathaus (Bern) · GSK-Kunstführer im KGS-Inventar: Rathaus Bern (KGS 645) · SIKART: Gustave Piguet · AskArt: Gustave Piguet, Biografie · Wikipedia (de): Walter Kretz · Wikimedia Commons: Sandsteinstatue Wahrheit (Gustave Piguet 1942)

Lage in Bern
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Rathaus, Südfassade, Rathausplatz

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Daten: Kultur Stadt Bern (offene Daten „Kunst im öffentlichen Raum“). Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.