Bärn Kit BlogApps · Kunst · Essen retten – in Bern
Kunst in Bern · Werk

Wappenscheiben der reformierten Inselkapelle

Wappenscheiben der reformierten Inselkapelle von Hans Drenckhahn, Reformierte Inselkapelle, Seitenfenster, Bern
Foto: Ginkgo2g, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · Quelle
Künstler*in
Hans Drenckhahn
Jahr
Jahr unbekannt
Material
Glasmalerei (Wappenscheiben in den Seitenfenstern)
Ort
Reformierte Inselkapelle, Seitenfenster
Zugang
Im Gebäude – nur zu bestimmten Zeiten zugänglich. Reformierte Inselkapelle, für alle offen.

Geschichte des Werks

In den Seitenfenstern der reformierten Inselkapelle sitzen zwischen runden Butzenscheiben kleine farbige Glasbilder mit Wappen, sogenannte Kabinettscheiben. Nach der deutschsprachigen Wikipedia enthält jedes der fünf Seitenfenster drei solche Scheiben; sie zeigen die Wappen von Personen und Firmen, die am Bau der Kapelle beteiligt waren. Im linken Seitenfenster sind das der Architekt Karl Indermühle, der Baumeister Keller-Bürgi, der damalige Inseldirektor Victor Surbek, Vater des gleichnamigen Malers, und die Orgelbaufirma K. Goll & Cie. Auch der Glasmaler selbst ist dort mit seinem Wappen vertreten.

Ein Entstehungsjahr gibt die Stadt Bern nicht an. Wikimedia Commons datiert die Scheiben auf 1908, das Jahr, in dem die Kapelle nach der Wikipedia fertig wurde; das Bauinventar der städtischen Denkmalpflege nennt dagegen 1906 als Baujahr und spricht von historisierenden Handwerkerwappen in Blei.

Die Kapelle steht frei auf der Kuppe des Friedbühlhügels über dem Krankenhaus, laut Bauinventar ungefähr dort, wo früher das Hochgericht mit dem Galgen stand. Indermühle baute sie im Heimatstil; bezahlt wurde sie mit privaten Spenden, und zunächst diente sie Reformierten und Katholiken zu gleichen Teilen. Die Chorfenster schufen Paul Zehnder (1961/62) und Leo Steck (1916). Den Innenraum gestaltete später der Architekt Patrick Thurston neu, nach der Wikipedia 2007/08, nach dem Bauinventar um 2012.

Hans Drenckhahn kam laut der Glasmalerei-Datenbank Vitrosearch 1878 in Basel als ältester Sohn des Glasmalers Heinrich Drenckhahn zur Welt und starb 1953. Er lernte beim Vater, legte im April 1896 die Gesellenprüfung ab und arbeitete als Glasmaler und Heraldiker; geschätzt war er vor allem als Restaurator. Schon vor 1909 führte er eigene Werkstätten in Bern und in Thun. Er restaurierte unter anderem für das Bernische Historische Museum, von 1914 bis 1920 die Glasmalereien des Rathauses in Stein am Rhein und 1934 jene der Kirche Sumiswald. Sein Nachlass mit mehr als 1200 Entwürfen, Pausen und Notizen liegt im Vitrocentre Romont.

Beim Besuch lohnt es sich, im linken Seitenfenster das Wappen des Glasmalers zu suchen, das zwischen denen seiner Auftraggeber sitzt.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Kultur Stadt Bern, Kunst im öffentlichen Raum (offene Daten) · Wikipedia (de): Reformierte Inselkapelle · Bauinventar der Stadt Bern: Freiburgstrasse 30C (Inselspital, reformierte Kapelle) · Vitrosearch: Drenckhahn, Hans (Patricia Sulser 2016) · Vitrosearch: Pause der Standesscheibe Bern aus der Kirche Oberbalm (Hans Drenckhahn 1914) · Wikimedia Commons: Kabinettscheiben der Inselkapelle

Lage in Bern
Auf der Karte

Reformierte Inselkapelle, Seitenfenster

Karte öffnen

In der Nähe

Chorfenster der reformierten Inselkapelle0 mDer zerrissene Tempelvorhang20 mHeilige Elisabeth30 mRodogune140 mGrabmal Eugen Huber150 m

Alle Kunstwerke von A bis Z

Foto hinzufügen

Du warst dort? Schick uns dein eigenes Foto von „Wappenscheiben der reformierten Inselkapelle“. Es wird im Handy verkleinert und verliert dabei die GPS-Daten. Wir prüfen jedes Foto von Hand und zeigen es mit deinem Namen und dem Datum.

Angaben: OpenStreetMap, Wikimedia Commons, Wikidata. Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.