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Kunst in Bern · Werk

Kraftquelle des Volkes

Kraftquelle des Volkes von Bernhard Hoetger, Volkshaus (heute Hotel), Zeughausgasse 9, Hauptfassade über dem Eingang, Bern
Foto: AnBuKu, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · Quelle
Künstler*in
Bernhard Hoetger
Jahr
1914
Material
Kunststein, vier Figuren
Ort
Volkshaus (heute Hotel), Zeughausgasse 9, Hauptfassade über dem Eingang

Geschichte des Werks

Vor den vier mittleren Halbsäulen an der Fassade des früheren Volkshauses an der Zeughausgasse 9 stehen vier grosse Figuren von Bernhard Hoetger. Das Ensemble heisst „Kraftquelle des Volkes“ und entstand 1914. Das Bauinventar der Stadt beschreibt einen Arbeiter und eine Mutter auf Löwenkonsolen. Beim Material gehen die Angaben auseinander: Das städtische Verzeichnis nennt Kunststein, ein Beitrag des Architekturhistorikers Bernd Nicolai in der Kolumne „Baustelle“ des Bunds Schweizer Architekten von 2013 spricht von Betonguss, die Bildbeschreibung auf Wikimedia Commons von Muschelkalk.

Das Haus wurde 1913/14 nach Plänen des Architekten Otto Ingold für die Volkshaus AG gebaut und Ende Oktober 1914 eröffnet. Es war Sitz der Berner Arbeiterunion und Bildungsstätte. An gleicher Stelle stand schon seit 1893 ein Volkshaus, das als ältestes der Schweiz gilt. Die Fassade besteht aus eingefärbtem Beton mit handwerklich überarbeiteter Oberfläche; das Bauinventar nennt sie eine fugenlose Kunststeinplastik, die die Schaufront des benachbarten Äusseren Standes in doppelter Grösse aufgreift. 1981 wurde das Haus in Hotel Bern umbenannt und bis 1983 hinter der erhaltenen Hauptfassade neu gebaut.

Hoetger, am 4. Mai 1874 in Hörde bei Dortmund geboren, war ab 1911 Professor an der Künstlerkolonie Darmstadt; 1914 zog er nach Worpswede, später gestaltete er Bauten an der Böttcherstrasse in Bremen. Laut Nicolai wurden Kopien der Berner Figuren 1914 in Darmstadt gezeigt, weitere Fassungen gibt es in Berlin und Bremen. 1934 trat Hoetger der NSDAP bei, wurde aber ausgeschlossen, nachdem seine Kunst ab 1936 als „entartet“ galt. 1943 floh er in die Schweiz und starb am 18. Juli 1949, nach der Wikipedia in Unterseen, nach der Neuen Deutschen Biographie in Beatenberg.

Nach Nicolai wurden die Figuren um 2010 sorgfältig restauriert; 2019/20 folgte eine umfassende Modernisierung des Hotels. Den Schmuck an der Rückfront schuf Etienne Perincioli; dort steht auch die Inschrift „VOLKS HAVS 1914“. Wer vorn vor dem Haus steht, sollte nach den Löwen unter den Füssen der Figuren Ausschau halten.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Stadt Bern: Kunstwerke im öffentlichen Raum (opendata.swiss) · Bauinventar Stadt Bern: Zeughausgasse 9 (Volkshaus) · BSA, Kolumne Baustelle (Bernd Nicolai, 7.12.2013) · Wikipedia (de): Volkshaus Bern · Hotel Bern: History · Wikipedia (de): Bernhard Hoetger · NDB: Hoetger, Bernhard · Wikimedia Commons: Foto

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