Villa an der Elfenstrasse 20
Die neubarocke Villa an der Elfenstrasse 20 in Bern baute Albert Gerster 1907; seit 1928 gehört sie Polen und dient als Residenz des Botschafters.

- Adresse
- Elfenstrasse 20
- Baujahr
- 1907
- Architekt
- Albert Gerster, Bern
- Stil
- Neubarock
- Heute
- Residenz des polnischen Botschafters, Konsularabteilung im Garten
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
An der Elfenstrasse im Kirchenfeld reihen sich Villen, in denen heute viele Botschaften und Residenzen untergebracht sind. Die Nummer 20 ist ein klar gegliederter, streng symmetrischer, grob verputzter Bau mit Mansartwalmdach. Der Berner Architekt Albert Gerster plante ihn 1907 für F. Fellenberg. Ausgeführt wurde die Strassenfassade in den grossen Zügen nach den Plänen, die Einzelheiten aber durchweg vereinfacht.
Die Fassade steht auf einem Sockel aus grob behauenem Kalkstein. Bänder aus Putz trennen die Fensterachsen voneinander. In der Mitte springt ein schmaler Risalit mit drei eng gesetzten Achsen leicht vor, gekrönt von einem Dreieckgiebel mit einem querovalen Fenster, das von einer plastisch geformten Schärpe umrahmt wird. Den Eingang betont ein vorgebauter Portalteil aus Kunststein, über dem Türsturz sitzt eine Kartusche mit reichem Rahmen; darauf ruht ein kleiner Balkon, dessen Schmiedeeisengitter geschwungen verläuft. Alle Fenster sind oben flach gebogen und haben nur angedeutete Schlusssteine. Die Seitenfronten sind schlichter, die Anbauten dort wirken eher unruhig.
Ein Detail fällt erst beim zweiten Blick auf: Das schmiedeeiserne Tor in der Einfriedung liegt genau in der Achse des Hauseingangs und nimmt mit seinen zwei geschwungenen Flügeln eine Form auf, die am ganzen Bau wiederkehrt. Die Einfassung des Grundstücks stammt noch aus der Bauzeit.
1928 erwarb die Republik Polen das Anwesen. Heute ist die Villa die Residenz des polnischen Botschafters, ein Neubau im Garten beherbergt die Konsularabteilung. Mit dem Ort verbunden ist die Geschichte der polnischen Gesandtschaft im Zweiten Weltkrieg: Eine Gruppe um den Gesandten Aleksander Ładoś beschaffte gefälschte Pässe lateinamerikanischer Staaten, vor allem Paraguays, für polnische Jüdinnen und Juden, unter anderem im Warschauer Ghetto. Rund 4000 solcher Pässe wurden geliefert. Eine Gedenktafel am Zugang erinnert an diese Rettungsaktion. Im Bauinventar der Stadt ist die Villa als schützenswert verzeichnet.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Elfenstrasse 20 · Wikipedia (de): Villa Elfenstrasse 20 · swissinfo.ch: Wie ein polnischer Gesandter in Bern hunderte Juden rettete (10.8.2017) · Wikidata Q128877580
Bauten in der Nähe
Petruskirche100 mVilla an der Elfenstrasse 10150 mGarten mit Villa Bomonti180 mVilla an der Thunstrasse 68260 mKalchegggut280 mVier Szenen aus der Apostelgeschichte PetriKunstwerk · 90 mWasserschlossKunstwerk · 340 mRoll'n'FlowKunstwerk · 480 mEinstufung und Adresse: Bauinventar © Amt für Kultur des Kantons Bern · Objektblatt (PDF) · Wikidata. Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.