Villa Le Pavillon
Die Villa Le Pavillon an der Thunstrasse 52 in Bern baute sich der Architekt Henry B. von Fischer 1900 als eigenes Haus, mit einer Kapelle im Garten.

- Adresse
- Thunstrasse 52, Thunstrasse 52a
- Baujahr
- 1900
- Architekt
- Henry Berthold von Fischer
- Stil
- Neubarock, nach Art eines Louis-seize-Pavillons
- Heute
- Residenz des luxemburgischen Botschafters; Kulturgut von nationaler Bedeutung
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Rund um den Thunplatz im Kirchenfeld stehen zehn Villen in einheitlichem neubarockem Stil, alle von Henry Berthold von Fischer (1861–1949). Die städtische Denkmalpflege bezeichnet ihn als den wohl wichtigsten Architekten des bernischen Neubarocks. Eine davon, „Le Pavillon“ an der Thunstrasse 52, entstand 1900 als sein eigenes Wohnhaus, nachdem er aus Luzern zurückgekehrt war, wo er im Büro des Architekten Heinrich Viktor von Segesser gearbeitet hatte. Formal war die Kirchenfeld-Baugesellschaft die Bauherrin.
Das Haus ist eingeschossig und trägt ein Mansarddach. Als Vorbild diente ein Gartenpavillon im Stil Louis-seize. Zur Strasse springt ein Portalbau mit gebänderten Wänden weit vor. Sein Dreieckgiebel ist unten offen und enthält ein querovales Fenster mit einem Lorbeergehänge. Über eine Freitreppe erreicht man das rundbogige Portal unter einem Vordach in Form eines Baldachins. Links und rechts davon sitzt je ein hohes Fenster, dessen Sturz eine Lorbeergirlande ziert. An der Südwestecke steht ein zweigeschossiger Turm mit Mansardhelm und Balkon, und zum Garten öffnet sich eine Loggia, deren Gebälk mit Zahnschnitt auf vier ionischen Säulen ruht.
Im Garten, den vermutlich Adolf Vivell anlegte, errichtete von Fischer die kleine Kapelle „Notre-Dame du Rosaire“ (Nummer 52A), einen vieleckigen Pavillon mit Mansarddach. Von Fischer war in Luzern zum katholischen Glauben übergetreten. Haus, Kapelle und Garten sind seit der Bauzeit kaum verändert worden; 2009 wurde das Äussere renoviert. Seit 1973 steht sie durch einen Beschluss des Regierungsrats unter Schutz und gilt als Teil des Villenensembles am Thunplatz als Kulturgut von nationaler Bedeutung.
Heute ist die Villa die Residenz des Botschafters des Grossherzogtums Luxemburg. Von der Strasse lohnt der Blick aufs Dach: Zwei hohe Kamine mit Aufsätzen aus Ziegelstein setzen dort deutliche Akzente.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Thunstrasse 52, 52A · Wikipedia (de): Villa Le Pavillon · Wikipedia (de): Henry Berthold von Fischer · Schweizerische Nationalbibliothek: An architectural treasure chest – the work of Henry B. von Fischer · Wikidata: Q120793277
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