Doppelvilla an der Thunstrasse 61/63
Eine winkelförmige Doppelvilla von 1900 an der Ecke Thunstrasse/Steinerstrasse in Bern, entworfen von Henry B. von Fischer nach Berner Landsitzen.

- Adresse
- Thunstrasse 61, Thunstrasse 63
- Baujahr
- 1900
- Architekt
- Henry Berthold von Fischer, Bern
- Stil
- Neubarock nach bernischen Landsitzen des 18. Jahrhunderts
- Heute
- Nr. 61: Sekretariat der TCS-Sektion Bern
- Bauherrschaft
- Kirchenfeld-Baugesellschaft
- Schutz
- schützenswert; KGS national laut Bauinventar (Wikidata: kantonal/lokal)
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Wo die Steinerstrasse von der Thunstrasse abzweigt, steht eine Doppelvilla, deren Grundriss dem Winkel der beiden Strassen folgt. Über dem mehrteiligen Baukörper liegt eine ganze Landschaft aus Mansartdächern. Die Denkmalpflege der Stadt Bern beschreibt den Bau als geschicktes Zusammenspiel von Motiven, die an bernische Landsitze aus dem dritten Viertel des 18. Jahrhunderts erinnern.
Im Zentrum der Ecke springt ein Turm kräftig vor, gerahmt von Eckquadern. Sein gebändertes Erdgeschoss öffnet sich mit einer breiten Fenstertür im Korbbogen zum Garten. Zur Thunstrasse hin folgt ein dreiachsiger Hauptbau mit eigenem Mansartdach und vorgebauter Veranda in der Mitte; ein schmaler Zwischentrakt verbindet ihn mit dem Turm. Gegen die Steinerstrasse schliesst ein etwas einfacherer zweiachsiger Bauteil an. Im Dach sitzen über jeder Fensterachse Lukarnen mit Segmentgiebeln, an den wichtigsten Stellen geschwungene Lukarnen auf liegenden Voluten. Die Eingänge liegen auf der Rückseite, betont durch Portale mit Balkonen.
Den Entwurf lieferte Henry Berthold von Fischer (1861–1949), Bauherrin war die Kirchenfeld-Baugesellschaft. Fischer hatte an der École des Beaux-Arts in Paris studiert und lernte die bernische Baukunst des 17. und 18. Jahrhunderts bei der Renovation von Schlössern und Landsitzen kennen. Die Quartiergeschichte der Denkmalpflege würdigt ihn als den Architekten, der im Kirchenfeld erstmals in grossem Stil einheimische Barockformen verwendete.
Die Villa hat ihren Zustand der Bauzeit hervorragend bewahrt, samt grossem Garten mit alten Bäumen und originalem Zaun. 1910 kam ein Anbau hinzu, 1964 und 1974 Umbauten; 2008 wurden Postamente, Zierelemente und Kamine repariert. Das Bauinventar nennt die Einstufung als Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS), Wikidata führt den Bau als Kulturgut von kantonaler oder lokaler Bedeutung. Nach den Angaben des Touring Club Schweiz hat dessen Sektion Bern ihr Sekretariat an der Thunstrasse 61. Achten Sie auf den Eckturm mit seiner breiten Gartentür.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Thunstrasse 61, 63 · Wikipedia (de): Henry Berthold von Fischer · Bauinventar der Stadt Bern: Quartiergeschichte Kirchenfeld-Brunnadern · TCS Sektion Bern: Über die Sektion · Wikidata: Q139576248
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