Bernabrunnen: die Berna vor dem Bundeshaus
Eine Frau mit Mauerkrone, Lanze und Bärenschild wacht über den Hof des Bundeshauses West. Die Berna steht für Stadt und Kanton Bern und wurde 1863 enthüllt.

- Künstler
- Raphael Christen (Figur)
- Jahr
- 1858 Brunnen, 1863 Figur
- Material
- Bronze auf Steinsockel
- Ort
- Bundesgasse, Hof des Bundeshauses West
- Zugang
- von der Bundesgasse aus zu sehen
Der Bernabrunnen steht im Innenhof des Westflügels des Bundeshauses, direkt an der Bundesgasse. Auf einer hohen Säule steht die Berna, eine Frauenfigur aus Bronze. Sie verkörpert die Stadt und den Kanton Bern. Geschaffen hat sie der Bildhauer Raphael Christen (1811–1880), enthüllt wurde sie 1863.
Was die Figur zeigt
Die Berna trägt einen Mantel und auf dem Kopf eine Mauerkrone, eine Krone in der Form einer Stadtmauer mit Zinnen. In der rechten Hand hält sie eine Lanze, mit der linken stützt sie einen Schild mit dem Berner Wappen, dem Bären.
Unter ihr, auf dem Sockel, stehen vier kleinere Figuren aus Bronze, weiss bemalt. Sie stellen die Jahreszeiten dar. Am Sockel sind Löwenköpfe und die Jahreszahl 1858 zu sehen. Das Wasser fliesst in ein Becken in der Form eines Schweizerkreuzes.
Ein Brunnen als Bild der Schweiz
Der Brunnen wird gern so gedeutet: Der Sockel steht für das Gotthardmassiv, und die vier Wasserstrahlen stehen für die Flüsse Rhone, Rhein, Reuss und Tessin, die in dieser Gegend entspringen. Zusammen mit dem Kreuz im Becken wird so aus dem Brunnen ein kleines Bild der Schweiz, gleich neben dem Sitz von Regierung und Parlament.
Von Bern nach München und zurück
- 1852 bis 1857 entstand das Bundes-Rathaus, der heutige Westflügel des Bundeshauses.
- 1856 beschloss der Berner Gemeinderat, den Innenhof mit einem Brunnen zu schmücken. 1858 wurde der Brunnen aufgestellt.
- Für die Figur gab es einen Wettbewerb. Der Entwurf des Siegers überzeugte nicht, darum bekam im Mai 1858 Raphael Christen den Auftrag, der auf dem zweiten Platz gelandet war.
- 1860 war sein Gipsmodell fertig. Im Oktober 1861 fuhr es mit der Eisenbahn nach München, in die Königliche Erzgiesserei. Im Mai 1863 war der Guss fertig.
- Am 23. September 1863 wurde die Berna feierlich enthüllt.
- 2016 wurde der Brunnen in Etappen restauriert. Die kleinen Figuren wurden dafür eine Zeit lang abgebaut.
Eine alte Geschichte erzählt, das Gesicht der Berna sei einer bestimmten jungen Bernerin nachgebildet. Schon 1894 nannte ein Kenner von Christens Werk das eine Fabel: Modell gestanden habe eine Frau aus ganz gewöhnlichen Verhältnissen.
Gut zu wissen
Der Brunnen steht an der Bundesgasse, auf der Höhe des Bundeshauses West. Von der Strasse aus sieht man ihn gut. Die nächste Haltestelle ist „Bern, Bundesplatz“ (Bus), knapp 100 Meter entfernt, zum Bahnhof sind es rund 400 Meter Luftlinie. Bis zum 21. November 2026 leuchtet am Abend gleich nebenan das Bundeshaus: mehr dazu im Artikel Rendez-vous Bundesplatz 2026. Eine zweite Berna sitzt ein paar Schritte weiter am Weltpostdenkmal auf der Kleinen Schanze. Mehr Orte in der Nähe findest du bei den Sehenswürdigkeiten in Bern.
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- Wikipedia (de): Bernabrunnen (Innenhof Westflügel, Bundes-Rathaus 1852–1857, Beschluss Gemeinderat 1856, aufgestellt 1858, Wettbewerb, Auftrag an Christen Mai 1858, Gipsmodell 1860, Oktober 1861 Bahn nach München Königliche Erzgiesserei, Guss Mai 1863, Enthüllung 23.9.1863, Mantel, Mauerkrone, Lanze rechts, Schild mit Berner Wappen links, vier weiss bemalte Bronzefiguren = Jahreszeiten, Sockel mit Löwenköpfen und 1858, Gotthardmassiv, Becken als Schweizerkreuz, Rhone/Rhein/Reuss/Tessin, Restaurierung 2016, „Fabel“ 1894)
- Wikipedia (en): Raphael Christen (1811–1880)
- Wikipedia (en): List of fountains in Bern (1858/1863)
- commons.wikimedia.org: File:Bernabrunnen (Bronzestatue Berna Raphael Christen 1863) 01.jpg (Sicht von der Bundesgasse aus)
- Stadt Bern, Kunstwerke im öffentlichen Raum, Objectid 733978 (Bronze auf Steinpodest, Bundesgasse, Höhe Bundeshaus)
- transport.opendata.ch (Haltestelle Bundesplatz, 94 m). Gelesen am 26.10.2026. Weggelassen, weil die Quellen sich widersprechen: wer das Becken entworfen hat (Joseph Hubert Verbunt oder Friedrich Studer).)
Daten: Kultur Stadt Bern (offene Daten „Kunst im öffentlichen Raum“), © OpenStreetMap-Mitwirkende. Text: Richard Červenka, Bärn Kit. Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.