Urnennischenanlage

- Künstler*in
- Mariann Grunder
- Jahr
- 1975-1978
- Material
- Beton, Stützmauer mit Urnennischenanlage
- Ort
- Schosshaldenfriedhof, Ostermundigenstrasse 116, FAM6, Urnennischenwand
Geschichte des Werks
Im Feld FAM6 des Schosshaldenfriedhofs hält eine Mauer aus Beton das Gelände und nimmt zugleich Nischen für Urnen auf. Gestaltet hat die Anlage die Berner Bildhauerin Mariann Grunder; die Stadt datiert sie auf 1975 bis 1978. Das Künstlerlexikon SIKART führt sie in Grunders Werkliste als Urnenwand aus Betonelementen. Eine Aufnahme auf Wikimedia Commons zeigt, dass zur Anlage auch ein kleiner Innenhof gehört.
Die Betonelemente haben in Grunders Werk eine Vorgeschichte. Laut SIKART entwarf sie ab 1969 Bauteile, die sich miteinander kombinieren liessen und in Reihe wiederkehrende Formen bildeten. Als Betonguss verwendete sie diese für Reliefwände und frei stehende Plastiken, so 1970/71 an Schulbauten in Marl (Deutschland) und in Oberdorf im Kanton Solothurn. Grunder gehörte ausserdem der Berner Friedhofkommission an. Nach der Anlage in der Schosshalde entstand 1979 bis 1981 auf dem Friedhof Nesslerenholz in Wabern ein Urnenhof mit Brunnen, wiederum aus Betonelementen.
Mariann Grunder wurde am 16. Januar 1926 in Bern geboren und starb dort am 28. April 2016. Sie erwarb zunächst das Patent als Primarlehrerin und malte, bevor sie 1954 eine Bildhauerlehre bei Werner Dubi in Gümligen begann. Ab 1958 arbeitete sie in ihrem eigenen Atelier in Rubigen; den letzten Schliff holte sie sich 1960 in Paris bei László Szabó. 1964 hatte sie ihre erste Einzelausstellung in der Berner Galerie Schindler; mit Meret Oppenheim verband sie eine lange Freundschaft. Das Kunstmuseum Bern zeigte 1986 eine Übersicht über ihr Werk.
Im SIKART-Artikel über den älteren Bildhauer Max Fueter wird Grunder zu jener Generation gezählt, mit der sich die Avantgarde in den 1950er-Jahren auch in Bern durchsetzte. Fueters Bronze „Kniende“ steht nur rund 150 Meter entfernt beim Diakonissenfriedhof desselben Areals. Vor Ort lohnt es sich, auf die Wiederholung der gegossenen Elemente in der Mauer zu achten.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Kultur Stadt Bern, Kunst im öffentlichen Raum (offene Daten) · SIKART: Mariann Grunder (Marie Therese Bätschmann) · Wikipedia (de): Mariann Grunder · SIKART: Max Fueter (Johanna Strübin Rindisbacher) · Wikimedia Commons: Betoninstallation Urnennischenanlage Schosshaldenfriedhof (Mariann Grunder 1978) · Wikipedia (de): Schosshaldenfriedhof
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