Venus

- Künstler*in
- Mariann Grunder
- Jahr
- 1982-1983
- Material
- Toskanischer Travertin
- Ort
- Schulhaus Wankdorf, Morgartenstrasse 2, Pausenplatz vor Aula
Geschichte des Werks
Vor der Aula des Wankdorf-Schulhauses an der Morgartenstrasse 2, auf dem Pausenplatz, steht „Venus“, eine Skulptur aus toskanischem Travertin. Die Berner Bildhauerin Mariann Grunder hat sie 1982 und 1983 geschaffen. Das Werk gehört zur Kunstsammlung der Stadt Bern im öffentlichen Raum.
Die Schulanlage selbst ist älter. Nach einem Wettbewerb von 1956/57 bauten die Architekten Marcel Mäder und Karl Brüggemann sie von 1959 bis 1961 im Dreieck zwischen Morgarten- und Sempachstrasse. Drei liegende, rechteckige Baukörper fassen einen fast quadratischen Hof an drei Seiten ein. Das Bauinventar der Stadt sieht in der Anlage Vorbilder der klassischen Moderne, besonders Bauten von Le Corbusier, und hebt den klar ausgebildeten Schulhof hervor.
Mariann Grunder (1926–2016) war in Bern aufgewachsen; 1946 erwarb sie das Lehrerinnenpatent. Ab 1946 reiste sie regelmässig nach Paris und malte zunächst. Ab 1954 lernte sie in Gümligen bei dem Steinbildhauer Werner Dubi das Handwerk und richtete sich 1958 ein eigenes Atelierhaus in Rubigen ein, wo sie bis zu ihrem Tod lebte. Stipendien ermöglichten ihr eine Weiterbildung bei László Szabó in Paris. Sie war mit Meret Oppenheim befreundet und stellte 1967 zusammen mit Bruno Meier im Helmhaus in Zürich aus.
1986 widmete ihr das Kunstmuseum Bern eine grosse Retrospektive, 2008 erhielt sie den Meret-Oppenheim-Preis des Bundes. Laut einem Nachruf in der Fachzeitschrift „Kunst und Stein“ war sie lange kulturpolitisch für Stadt und Kanton Bern tätig und sass als Delegierte der Künstlergesellschaft GSMBA im Vorstand der Kunsthalle Bern. Bis ins hohe Alter arbeitete sie mit Stein; 2007 liess sie für eine Ausstellung in Peccia Marmorblöcke nach Bern bringen.
Wikipedia beschreibt ihre frühen Plastiken als überwiegend runde, organische Formen. In den 1980er-Jahren, in der Zeit der „Venus“, begann sie zudem mit nur teilweise bearbeiteten Findlingen zu arbeiten. Vom Standort vor der Aula aus lässt sich gut sehen, wie die drei Baukörper der Schule den Hof umschliessen.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Kultur Stadt Bern, Kunst im öffentlichen Raum (offene Daten) · Bauinventar Stadt Bern: Baugruppe Schulhaus Wankdorf · Wikipedia (de): Mariann Grunder · Kunst und Stein 04/2016 (marmo.ch): Nachruf Mariann Grunder – Raum und Zeit · Hanna Gagel: Laudatio Peccia 2007 (marmo.ch) · Kunsthaus Zürich, digiLab: Bruno Meier / Mariann Grunder 1967
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Daten: Kultur Stadt Bern (offene Daten „Kunst im öffentlichen Raum“). Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.