Florabrunnen

- Künstler*in
- Otto Roos; Jakob August Heer
- Jahr
- 1914
- Material
- Signatur "A. Heer" im Stein Podest, links
- Ort
- Gebäude 1105G028, Ecke Sulgeneck- / Schwarztorstrasse, Park Floraanlage
Geschichte des Werks
Auf einer kleinen Anhöhe im Florapark tragen sechs Säulen mit ionischen Kapitellen ein halbrundes Dach. Unter seiner Wölbung glänzt ein Mosaik mit vergoldeten Ornamenten, darunter steht eine Frauenfigur in langem Gewand, die einen Blumenkorb an der Seite hält: die Flora. Vorne speien drei Löwenköpfe Wasser in ein halbrundes Becken, ein vierter versorgt auf der Rückseite einen kleinen Trog. Am Steinpodest steht links die Signatur „A. Heer“.
Der Brunnen entstand für die Landesausstellung, die 1914 in Bern stattfand. Den Rundtempel entwarf Otto Roos, die Figur schuf August Heer; während der Ausstellung stand die Anlage vor dem Restaurant Studerstein. Danach kaufte die Stadt sie für 500 Franken und liess sie 1915 auf die damals Oberhübeli genannte Erhebung versetzen. Wie der Halenbrunnen an der Länggasse besteht sie aus armiertem Kunststein. Als mögliches Vorbild nennt das Bauinventar einen Dresdner Brunnen von 1906 am Albertplatz.
Der Ort war früher Teil eines Friedhofs: Der Park bildete die südwestliche Ecke des Monbijoufriedhofs, der 1865 durch den Bremgartenfriedhof ersetzt wurde. Während der restliche Friedhof überbaut wurde, gestaltete man diese Ecke 1916 als Promenade, die nach dem Brunnen benannt ist. Im September 2016 wurde der Brunnen umfassend saniert; er führt Trinkwasser aus dem Netz von Energie Wasser Bern.
August Heer, geboren am 7. Juni 1867 in Basel und gestorben am 7. März 1922 in Arlesheim, studierte in München, in Berlin und in Paris an der Ecole des Beaux-Arts. Er schuf Denkmäler, Grabmäler und Bildnisbüsten, etwa von Albert Anker und Jacob Burckhardt. 1914 erhielt er eine Goldmedaille: Nach der deutschsprachigen Wikipedia an der Landesausstellung für die Flora, nach SIKART und dem Historischen Lexikon an der nationalen Kunstausstellung. Otto Roos, geboren am 20. Mai 1887 in Basel und gestorben dort am 24. November 1945, war Maler und Bildhauer; im Winter 1909/10 lernte er in Paris bei Aristide Maillol.
Beim Besuch lohnt ein Blick nach oben: Unter dem Dach leuchten die goldenen Mosaiksterne.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Kultur Stadt Bern, Kunst im öffentlichen Raum (offene Daten) · Bauinventar der Stadt Bern: Sulgeneckstrasse NN (Florabrunnen) · Wikipedia (de): Florabrunnen (Bern) · Wikipedia (de): Jakob August Heer · SIKART Lexikon: August Heer · Historisches Lexikon der Schweiz: August Heer · SIKART Lexikon: Otto Roos · Historisches Lexikon der Schweiz: Otto Roos · Bau-Recherche Florabrunnen (Wikidata Q29651741) · Wikimedia Commons: Foto des Werks (Ansicht)
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