Obsternte

- Künstler*in
- Cuno Amiet
- Jahr
- 1936
- Material
- Sgraffito
- Ort
- Kunstmuseum Bern, Hodlerstrasse 8, Fassade
Geschichte des Werks
An der Front des Kunstmuseums zur Hodlerstrasse zieht sich ein Sgraffito von Cuno Amiet über die Mauer. Die städtischen Daten nennen es „Obsternte“, die Wikipedia gibt als Thema „Apfelernte“ an. Es gehörte zum Bauschmuck des Erweiterungsbaus, der 1936 eröffnet wurde.
Das Kunstmuseum bezog 1879 den Neorenaissancebau von Eugen Stettler. Von 1932 bis 1936 bauten die Architekten Karl Indermühle und Otto Salvisberg daneben einen schlichten Seitenflügel im Stil der Neuen Sachlichkeit, der am 29. Februar 1936 eröffnet wurde. Laut der Wikipedia dominierte damals Schweizer Kunst eines bodenständigen Realismus, im Geist der „geistigen Landesverteidigung“, und so wurde auch der Schmuck an der Fassade gestaltet. Berner Künstler, die moderne Richtungen vertraten, protestierten dagegen: Sie bewarfen das Sgraffito in einer Nacht mit Teer.
1983 ersetzte das Berner Architekturbüro Atelier 5 den Salvisberg-Bau durch eine Erweiterung mit Ausstellungsflächen, Kino, Bibliothek und Café. Abgebrochen wurde dabei alles bis auf die Strassenfront: Die geschlossene Mauer blieb stehen und erhielt eine einfache, mit Blech verkleidete Stahlkonstruktion.
Amiet wurde am 28. März 1868 in Solothurn geboren. Er studierte in München und ab 1888 an der Académie Julian in Paris und trat später der Dresdner Künstlergruppe „Brücke“ bei. 1898 liess er sich mit seiner Frau auf der Oschwand nieder und lebte dort bis zu seinem Lebensende. 1931 verbrannten im Münchner Glaspalast rund fünfzig seiner Bilder, vor allem frühe Werke. Er starb am 6. Juli 1961 auf der Oschwand. Wer vor dem Museum steht, sieht in der Mauer zur Strasse den Rest des Baus von 1936.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Kultur Stadt Bern, Kunst im öffentlichen Raum (offene Daten) · Wikipedia (de): Kunstmuseum Bern · Wikipedia (de): Cuno Amiet · Wikimedia Commons: Bern Kunstmuseum 3
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Daten: Kultur Stadt Bern (offene Daten „Kunst im öffentlichen Raum“). Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.