Ankerkreuz mit Dornenkrone

- Künstler*in
- Marcel Perincioli
- Jahr
- 1964
- Material
- Lavaskulptur mit Bronzeplastik
- Ort
- Bremgartenfriedhof, Weyermannsstrasse 1a, Innenhof der Aufbahrungshalle beim Krematorium, am Wasserbecken
Geschichte des Werks
Im begrünten Innenhof der Aufbahrungshalle beim Krematorium des Bremgartenfriedhofs steht am Wasserbecken ein Kreuz aus roter Lava, verbunden mit einer Bronzeplastik. Der Titel nennt beide Teile: „Ankerkreuz mit Dornenkrone“. Marcel Perincioli schuf das Werk 1964; im Verzeichnis seiner grösseren Arbeiten, das auf der Website zu den Bildhauern Perincioli veröffentlicht ist, steht es als „Ankerkreuz in roter Lava“ für den Bremgartenfriedhof.
Hof und Skulptur entstanden fast gleichzeitig. 1963/64 baute die Architektengemeinschaft Rolf Halter und Daniel Reist für die Bernische Genossenschaft für Feuerbestattung neue Aufbahrungsräume und eine Urnenhalle als Erweiterung des Krematoriums; 1975 bis 1977 kam ein weiterer Trakt dazu. Laut Bauinventar ordnen sich die Bauten auf drei Seiten um einen zentralen Hof mit Brunnen, in dem eine Steinskulptur den Blick auf sich zieht. Die Aufbahrungsräume liegen im abgesenkten unteren Geschoss an einem Korridor, der zum Hof hin verglast ist; das Flachdach darüber dient als Urnenterrasse.
Der Friedhof selbst wurde am 29. Dezember 1864 eröffnet und ist mit etwa 16 Hektaren der zweitgrösste der Stadt. Das Krematorium errichtete 1907/08 die schon 1887 gegründete Vereinigung für Feuerbestattung. Im alten Krematoriumsbau soll nach Berichten, die die Wikipedia anführt, ein Restaurant entstehen.
Perincioli kam am 14. Juni 1911 in Bern zur Welt, als Sohn des aus dem Piemont stammenden Bildhauers Etienne Perincioli, und starb am 10. September 2005 ebenfalls in Bern. Nach der Lehre beim Vater (1927–1930) bildete er sich bei Charles Despiau in Paris und bei Wilhelm Otto in Berlin weiter, 1943/44 arbeitete er bei Germaine Richier in Zürich. Bekannt wurde er mit Läufern, Speerwerfern und Tänzerinnen aus Stein und Bronze. Daneben schuf er kirchliche Werke, etwa die Bronzetüren der Nydeggkirche (1953–1955) und einen grossen Engel für den Schosshaldenfriedhof; laut SIKART wurde er auch für kirchliche Kunst international ausgezeichnet. Von 1961 bis 1966 war er Zentralpräsident der Gesellschaft Schweizerischer Maler und Bildhauer.
Am Wasserbecken lohnt es sich, genau hinzusehen, wie die beiden Materialien des Werks, der rote Lavastein und die Bronze, zusammengefügt sind.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Kultur Stadt Bern, Kunst im öffentlichen Raum (offene Daten) · SIKART: Marcel Perincioli (Johanna Strübin Rindisbacher) · Historisches Lexikon der Schweiz: Perincioli, Marcel (Matthias Oberli) · Bildhauer Perincioli: Verzeichnis grösserer Arbeiten (Marcel Perincioli) · Bauinventar der Stadt Bern: Weyermannsstrasse 1A (Aufbahrungshalle Bremgartenfriedhof) · Bauinventar der Stadt Bern: Weyermannsstrasse 1 (Krematorium) · Wikipedia (de): Bremgartenfriedhof · Wikimedia Commons: Lavaskulptur mit Bronzeplastik Ankerkreuz mit Dornenkrone (Marcel Perincioli 1964)
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