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Kunst in Bern · Werk

Das vorüberziehende Vergängliche (Paar)

Das vorüberziehende Vergängliche (Paar) von Albert Lindegger, Bremgartenfriedhof, Weyermannsstrasse 1, Krematorium, nördliches Ende der überdachten Urnenwand, Bern
Foto: AnBuKu, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · Quelle
Künstler*in
Albert Lindegger
Jahr
1959
Material
Sgraffito
Ort
Bremgartenfriedhof, Weyermannsstrasse 1, Krematorium, nördliches Ende der überdachten Urnenwand

Geschichte des Werks

Am nördlichen Ende der überdachten Urnenwand beim Krematorium des Bremgartenfriedhofs hat Albert Lindegger 1959 ein Sgraffito angebracht. Der Titel lautet „Das vorüberziehende Vergängliche“, der Zusatz „Paar“ unterscheidet es vom zweiten Teil am südlichen Ende derselben Wand, der einen Engel zeigt. Sowohl das Schweizer Künstlerlexikon SIKART als auch die Werkliste in der Wikipedia führen unter Lindeggers Arbeiten für Bauten den Eintrag „Krematorium, Bremgarten-Friedhof, 1959“.

Lindegger kam am 14. September 1904 in Bern zur Welt und starb am 14. Oktober 1991 in Bellinzona. Schon als Schüler erhielt er den Spitznamen Lindi; laut SIKART wurde daraus zuerst sein Künstlername und später sein amtlicher Familienname. Nach der Gewerbeschule in Bern ging er 1926 nach Paris und bildete sich bei André Lhote und Roger Bissière weiter. 1931 gründete er mit Berner Kollegen die Gruppe „Der Schritt weiter“. Bekannt wurde er vor allem mit politischen Karikaturen; das Historische Lexikon der Schweiz nennt ihn einen scharfen Kritiker von Nationalsozialismus und Faschismus. Von 1955 bis 1990 zeichnete er für die Titelseite der Zeitung „Der Bund“. Ab 1965 lebte er mit seiner Familie in Agarone im Tessin.

Das Krematorium selbst entstand 1907/08 im Jugendstil; die erste offizielle Kremation in Bern fand im Oktober 1908 statt. Seit 1916 umschliesst eine Urnenhalle den Bau wie ein Kreuzgang, 1931 kam ein Südflügel hinzu. Für 1959, das Jahr des Sgraffitos, verzeichnet das städtische Bauinventar einen Anbau an die Urnenhalle. Es hebt die Glasmalereien und Sgraffiti der Anlage als wertvoll hervor.

Urnennischen sind heute kaum noch gefragt. Zwei der denkmalgeschützten Urnenhallen wurden deshalb umgebaut; Anfang März 2026 öffnete dort mit „La Vie“ das erste Restaurant auf einem Schweizer Friedhof. Wer vor Ort ist, kann die beiden Enden der Urnenwand vergleichen: hier das Paar, im Süden der Engel.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Stadt Bern: Kunstwerke im öffentlichen Raum (opendata.swiss) · SIKART: Lindi (Albert Lindegger) · HLS: Lindi · Wikipedia (de): Albert Lindegger · Bauinventar Stadt Bern: Weyermannsstrasse 1 (Krematorium) · Stadtgrün Bern: Der Bremgartenfriedhof – Ein Spaziergang mit Geschichten (2023) · Wikipedia (de): Bremgartenfriedhof · Keystone-SDA/swissinfo: Bern betritt mit Friedhofsrestaurant „La Vie“ Neuland · Südostschweiz: Restaurant in umgebauter Berner Urnenhalle nimmt Betrieb auf · Wikimedia Commons: Foto

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