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Geschichtsschreiber der Vergangenheit

Geschichtsschreiber der Vergangenheit von Maurice Reymond de Broutelles, Bundeshaus, Bundesplatz 3, linke (östliche) Nische neben dem Hauptportal, Bern
Foto: AnBuKu, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · Quelle
Künstler*in
Maurice Reymond de Broutelles
Jahr
1901
Material
Bronze
Ort
Bundeshaus, Bundesplatz 3, linke (östliche) Nische neben dem Hauptportal

Geschichte des Werks

Wer auf dem Bundesplatz vor dem Parlamentsgebäude steht, sieht links neben den drei Eingangsportalen eine Bronzestatue in einer Nische. Sie zeigt einen alten Mann, der liest, und trägt den Titel „Geschichtsschreiber der Vergangenheit“. Der Genfer Bildhauer Maurice Reymond de Broutelles schuf sie 1901; in der rechten Nische steht ihr Gegenstück, der „Geschichtsschreiber der Gegenwart“. Nach der Beschreibung des Bildprogramms in der Wikipedia streckt der alte Mann den Ratsmitgliedern beim Eintreten ein Buch der Geschichte hin, das ihnen als Richtschnur dienen soll.

Das Parlamentsgebäude wurde von 1894 bis 1902 unter der Leitung des Architekten Hans Wilhelm Auer gebaut und am 1. April 1902 übergeben. Seine reiche Ausstattung soll es zu einem Nationaldenkmal machen, wie das Historische Lexikon der Schweiz schreibt. Wie viele Künstler daran beteiligt waren, wird unterschiedlich angegeben: Das Lexikon nennt 38, eine Broschüre des Parlaments 33. Nach der Wikipedia entfielen 16,2 Prozent der Baukosten von 7,2 Millionen Franken auf die künstlerische Ausstattung.

Reymond kam im April 1862 in Genf zur Welt, nach SIKART am 25., nach der Wikipedia am 26. April. Seine Lehrer an der Ecole des Beaux-Arts in Paris waren Henri Chapu und Félix-Joseph Barrias; er blieb danach in der Stadt. Nach der Heirat mit Caroline de Broutelles 1889 fügte er ihren Namen seinem eigenen an. An den Weltausstellungen von 1889 und 1900 erhielt er eine Bronze- und eine Silbermedaille. Bekannt ist auch sein Denkmal für Major Davel in Lausanne, eingeweiht 1898. Er starb am 17. November 1936, nach SIKART in Paris, nach der französischen Wikipedia in Châtenay-Malabry.

Von Reymond stammen am Bundeshaus auch die Schlusssteine über den Eingängen: drei Männerköpfe für Mut, Weisheit und Kraft. Achten Sie beim linken Kopf auf das Wolfsfell, beim mittleren auf Ähren und Eichenlaub im Haar.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Stadt Bern: Kunstwerke im öffentlichen Raum (opendata.swiss) · SIKART: Maurice Reymond de Brouteilles · Wikipedia (de): Maurice Reymond de Broutelles · Wikipedia (fr): Maurice Reymond de Broutelles · Musées lausannois: Reymond de Broutelles, Maurice J. · Wikipedia (de): Bundeshaus (Bern) · HLS: Bundeshaus · Parlamentsdienste: Broschüre Parlamentsgebäude (en) · Wikimedia Commons: Foto

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