Alte Klinik der Waldau an der Bolligenstrasse 115
Die Alte Klinik an der Bolligenstrasse 115 ist ein Heimatstilbau von 1911–13 in der psychiatrischen Klinik Waldau am Ostrand von Bern.

- Adresse
- Bolligenstrasse 115
- Baujahr
- 1911–1913
- Architekt
- Kantonales Hochbauamt (Kantonsbaumeister Konrad von Steiger)
- Stil
- Heimatstil mit Jugendstil-Details
- Heute
- Teil der Waldau, Universitäre Psychiatrische Dienste Bern
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Am Rand des Schärmenwalds im Osten Berns liegt die Waldau. Die Stadt eröffnete hier 1855 eine Irrenanstalt nach Plänen von Gottfried Hebler, gleich neben dem alten Siechen- und Blatternspital; 1884 ging sie an den Kanton über. Als erster Neubau des 20. Jahrhunderts kam 1911 bis 1913 die sogenannte Alte Klinik hinzu. Geplant hat sie das kantonale Hochbauamt unter Kantonsbaumeister Konrad von Steiger, Bauherr war der Staat Bern.
Der Bau ist breit hingelagert und hat die Form eines Hufeisens; das Bauinventar nennt ihn palastartig. Ein breiter Mittelteil und die etwas niedrigeren Seitenflügel ragen mit mächtigen Walmdächern über den First des Hauptdachs hinaus. Vor den Flügeln stehen dreigeschossige, verglaste Veranden, deren Fenster in viele kleine Scheiben geteilt sind. Die Fassaden sind gelb verputzt und stehen auf einem Sockel aus Kalkstein. Die Treppenhäuser sind wie Türme über die Traufe hochgezogen und tragen Zeltdächer.
Die ländlich wirkenden Dächer hatten einen Zweck: Sie sollten den Eindruck einer Anstalt abschwächen. Das Bauinventar zählt das Gebäude deshalb zum Heimatstil, mit einzelnen Formen des Jugendstils. Am besten sieht man diese an der Rückseite, wo die drei Eingänge Vordächer mit Säulen und Bauschmuck erhalten haben. Auffällig sind auch die vier hohen Rundbogenfenster im obersten Geschoss des Mittelteils. Bei der Renovation von 1989 erhielten die Fassaden einen bräunlich gelben Anstrich. Bei der Beschreibung des Mitteldachs weichen die Quellen ab: Das Bauinventar spricht von Viertelwalmdächern, das Ortsbildinventar ISOS von einem steilen Krüppelwalmdach.
Vor der Klinik liegt ein rechteckiger Park mit altem Baumbestand und vier offenen Gartenhallen in den Ecken. Hier lebten unter anderen die Schriftsteller Friedrich Glauser und Robert Walser sowie der Maler Adolf Wölfli. Heute gehört die Waldau zu den Universitären Psychiatrischen Diensten Bern.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Bolligenstrasse 115, 115A–D, 115P · ISOS Ortsbild Waldau (Bern), Nr. 1271 · Wikidata Q138961749 und Q124262263 (Waldau)
Bauten in der Nähe
Heil- und Pflegeanstalt Waldau210 mTollhaus (heute Althaus) in der Waldau360 mWohnstock von 1829 an der Bolligenstrasse 141c390 mNeues Blatternspital, heute Pfrundhaus, auf der Waldau410 mKurhaus des Ausserkrankenhauses an der Bolligenstrasse 135430 mVerkehrte WeltKunstwerk · 850 mohne Titel (Fabeltier)Kunstwerk · 910 mORTEKunstwerk · 1000 mEinstufung und Adresse: Bauinventar © Amt für Kultur des Kantons Bern · Objektblatt (PDF) · Wikidata. Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.