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Backsteinwohnbauten im Obstbergquartier

Die Backsteinwohnbauten am Obstbergweg, Klaraweg, Höheweg und an der Bantigerstrasse in Bern baute Jakob Glur 1892–94 im Stil der Schlösschenromantik.

Backsteinwohnbauten im Obstbergquartier, Bern
Foto: Beat Estermann, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 · Quelle
Adresse
Bantigerstrasse 10, Bantigerstrasse 6, Höheweg 11, Höheweg 13 …
Baujahr
1892–1894 (Bauinventar) bzw. 1893–1902 (Wikidata)
Architekt
Jakob Glur, Baumeister (Klaraweg 2/4: Glur & Pillichody)
Stil
Historismus, Schlösschenromantik in Sichtbackstein
Heute
Wohnhäuser; Kulturgut von regionaler Bedeutung (B)
Schutz
Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B), schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

Wer über den Obstberg spaziert, stösst auf eine Häusergruppe, die für Bern ungewöhnlich ist: rote Backsteinfassaden, viele Giebel, hohe Dächer und verziertes Holzwerk. Gebaut hat sie der Baumeister Jakob Glur (1842–1907) aus Roggwil. Die Häuser entstanden nach dem Bauinventar 1892 bis 1894; Wikidata gibt für die Gruppe 1893 bis 1902 an. Sie stehen zwischen Brügglerweg und Bantigerstrasse und markieren den ersten Schritt, mit dem städtisches Bauen das bis dahin landwirtschaftlich genutzte Gebiet östlich der Aare erreichte.

Herzstück sind zwei parallele Häuserreihen am Obstbergweg: eine mit sieben Einheiten (Nr. 2–14, 1893/94) und eine mit vier (Nr. 5–9, 1893). Glur war hier zugleich Bauherr. Die Eingänge liegen alle am Obstbergweg, je nach Hanglage liegt das Erdgeschoss erhöht oder vertieft, und die Gärten liegen hinter den Häusern. Jede Reihe ist für sich symmetrisch, folgt dabei aber nicht der Aufteilung der Wohnungen. Einzelne Teile springen vor, sind deutlich höher und tragen steile Walmdächer mit verzierten Holzbindern. Komplexe aus Sichtbackstein in dieser Grösse gibt es in Bern sonst nicht.

Dazu kommen das Doppelhaus Obstbergweg 1/3, das besonders reich geschmückte Mehrfamilienhaus Klaraweg 2/4 von Glur & Pillichody, das Haus Höheweg 11/13 sowie die beinahe gleichen Häuser Bantigerstrasse 6 und 10, von denen das zweite einen kleinen Dachaufbau als Aussichtspunkt trägt. Gemeinsam ist allen der Umgang mit dem Backstein: Helle Steine bilden den Grund, dunklere setzen Akzente, umlaufende Bänder und geometrische Muster gliedern die Wände, und über den Fenstern sind die Steine strahlenförmig zu flachen Bögen gesetzt.

Typisch für Glur sind ausserdem schwarz-weisse Sgraffiti, teils mit Figuren, teils mit rankenartigen Ornamenten, über den Haustüren und in den Giebeln. Die Denkmalpflege ordnet seinen Stil der englisch beeinflussten Schlösschenromantik zu und hält fest, dass im späten 19. Jahrhundert in Bern niemand sonst Backstein und Sgraffito so konsequent kombinierte. Kurz vor seinem Tod ging Glurs Baufirma in Konkurs. Die Gruppe ist heute ein Kulturgut von regionaler Bedeutung; achten Sie vor Ort auf die Sgraffiti über den Eingängen.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Obstberg · Bauinventar der Stadt Bern: Obstbergweg 2–14 · Bauinventar der Stadt Bern: Obstbergweg 5, 7, 7A, 9 · Bauinventar der Stadt Bern: Obstbergweg 1, 3 · Bauinventar der Stadt Bern: Klaraweg 2, 4 · Bauinventar der Stadt Bern: Höheweg 11, 13 · Bauinventar der Stadt Bern: Bantigerstrasse 6 · Bauinventar der Stadt Bern: Bantigerstrasse 10 · Wikipedia (de): Jakob Glur · Wikidata Q29651658

Lage in Bern
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Bantigerstrasse 10

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Einstufung und Adresse: Bauinventar © Amt für Kultur des Kantons Bern · Objektblatt (PDF) · Objektblatt (PDF) · Wikidata. Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.