Einfamilienhaus am Melchenbühlweg 9
Das Einfamilienhaus am Melchenbühlweg 9 in Bern baute Ulrich Stucky 1966–1968 für den Orthopäden Maurice E. Müller: zur Strasse zu, zum Garten offen.

- Adresse
- Melchenbühlweg 9
- Baujahr
- 1966–1968
- Architekt
- Ulrich Stucky, Bern
- Stil
- Moderne der 1960er-Jahre, Sichtbackstein und Sichtbeton
- Bauherrschaft
- Maurice E. Müller
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Von der Strasse aus zeigt das Haus am Melchenbühlweg 9 fast nur eine geschlossene Wand. Der zweigeschossige Kubus unter einem Flachdach ist auf der Nordostseite mit dunkelbraunen Sichtbacksteinen verblendet, die nicht im Verband gemauert sind. Feine Vertiefungen von wenigen Zentimetern und Vorsprünge an den Seiten und über dem Eingang mit Treppe betonen die Senkrechte. Die wenigen kleinen Öffnungen sind mit Holzleisten abgeschirmt.
Ganz anders die Südostseite zum Garten: Zwischen Betonstützen ist sie fast vollständig verglast. Schräg ausladende Teile aus Sichtbeton bilden die umlaufende Balkonbrüstung und den Dachabschluss. In derselben offenen Bauweise schliessen zwei niedrige Pergolen nach Südosten und Südwesten an und fassen den Garten im Winkel ein. Der alte Baumbestand und eine moderne Plastik sind in die Gestaltung einbezogen.
Gebaut wurde das Haus 1966 bis 1968 nach Plänen des Berner Architekten Ulrich Stucky (1925–2003). Bauherr war Maurice E. Müller (1918–2009), den das Bauinventar mit dem Ortszusatz St. Gallen verzeichnet. Der Orthopäde leitete ab 1960 die orthopädisch-traumatologische Abteilung am Kantonsspital St. Gallen, wurde 1963 Professor an der Universität Bern und führte bis 1980 die Universitätsklinik für orthopädische Chirurgie am Inselspital. Er entwickelte zahlreiche Instrumente, Platten und Prothesen für die Behandlung von Knochenbrüchen und den Hüftgelenkersatz.
Das Bauinventar lobt vor allem die sorgfältigen Details und die eigenständige Architektur des Hauses und stuft es als schützenswert ein. Eine ausführliche Darstellung findet sich bei Maurer und Oechslin (2009).
Von der Strasse aus lohnt der Blick auf das Backsteinmauerwerk: Die Steine sind bewusst ohne Verband gesetzt.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Melchenbühlweg 9 · Historisches Lexikon der Schweiz: Müller, Maurice Edmond · Wikidata: Ulrich Stucky (Q132198302) · Wikidata: Q139074666
Bauten in der Nähe
Burgerliches Waisenhaus am Melchenbühlweg 8130 mLandsitz Waldeck210 mZentrum Paul Klee230 mLandsitz Schöngrün240 mEhemaliger Gasthof am Melchenbühlweg 23310 mLoaradenKunstwerk · 60 mFenster für GespensterKunstwerk · 230 mZug / LineamentKunstwerk · 250 mEinstufung und Adresse: Bauinventar © Amt für Kultur des Kantons Bern · Objektblatt (PDF) · Wikidata. Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.