Bärn Kit BlogApps · Kunst · Essen retten – in Bern
Kunst in Bern · Bauwerk

Landsitz Waldeck

Der ehemalige Landsitz Waldeck am Melchenbühlweg in Bern wurde um 1800 klassizistisch umgebaut und besitzt eine neugotische Holzarkade.

Landsitz Waldeck, Bern
Foto: Beat Estermann, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 · Quelle
Adresse
Melchenbühlweg 4
Baujahr
3. Viertel 18. Jh. (Bauinventar) bzw. um 1790 (J. Schweizer); Umbauten 1800/1820 (Bauinventar) bzw. 1811–1813 (J. Schweizer)
Stil
Klassizismus mit neugotischen Elementen
Heute
Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B)
Schutz
Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B), schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

Am Anfang des Melchenbühlwegs, zwischen dem Landsitz Schöngrün und dem Schosshaldenwäldchen, steht der ehemalige Landsitz Waldeck. Vom Weg aus sieht man einen verputzten Bau mit Sandsteingliederungen unter einem mächtigen Dach mit Ründe. Die Eingangsfront hat sieben Achsen; in ihrer Mitte steht ein Portalvorbau mit dorischen Doppelsäulen und Dreieckgiebel. Die Tür darunter ist mit geschnitzten Urnen und Girlanden verziert.

Zur Entstehung gibt es zwei Darstellungen. Nach dem Bauinventar der Stadt Bern wurde das Haus im dritten Viertel des 18. Jahrhunderts erbaut; das Peristyl im Südwesten kam 1800 hinzu, und 1820 erhielten alle Fassaden ausser der Südostseite hohe Rechteckfenster. Der Kunsthistoriker Jürg Schweizer, von 1990 bis 2009 kantonaler Denkmalpfleger, schrieb 2023 in einer Architekturkolumne, Albrecht von Werdt habe das Haus um 1790 in der Art eines Bauernhauses errichten lassen, mit steinernem Wohnteil und langem Ökonomieteil; so sei es im Atlas des Geometers Müller von 1797 eingetragen. Von Werdt kam im März 1798 ums Leben, als er gegen die einmarschierenden Franzosen kämpfte. Schon am 1. Juli desselben Jahres verkauften die Erben das Gut; der neue Besitzer, Abraham Friedrich Mutach (1765–1831), wurde 1803 Mitglied der Mediationsregierung.

Mutach fehlten Räume für Empfänge. Nach Schweizer liess er 1811 bis 1813 eine neue hölzerne Scheune bauen, kürzte den alten Ökonomieteil um ein Drittel und setzte dort einen fast vier Meter hohen Wohnteil mit Salon und Saal ein. Die überhohen Fenster führte er auch über den alten Hausteil weiter, teils als blinde Fenster, damit eine einheitliche Hauptfront zum Weg entstand. Der Säulenportikus verbindet die beiden Teile. Auf der anderen Längsseite kam eine zweigeschossige, neugotische Halle mit hohen Spitzbögen hinzu, halb Innen-, halb Aussenraum.

Diese Holzarkade mit fünf Jochen auf toskanischen Säulen an der Nordostseite bezeichnet das Bauinventar als einmalig für ihre Entstehungszeit. Zum Gut gehören das Pächterhaus Melchenbühlweg 6, erbaut gegen Ende des 18. Jahrhunderts, sowie eine Scheune vom Anfang des 19. Jahrhunderts, als man den Namen noch Waldegg schrieb. Ein Detail zum Suchen: die Südostfassade mit fünf schlichten Fensterachsen, die als einzige noch den Zustand des 18. Jahrhunderts zeigt.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Melchenbühlweg 4, 4A · Historisch-Topographisches Lexikon der Stadt Bern: Waldeck · Jürg Schweizer: Wie aus einem besseren Bauernhaus ein repräsentativer Landsitz wurde, Architekturkolumne „Baustelle“, 22. 7. 2023 (PDF beim BSA) · Wikipedia (de): Liste der Kulturgüter in Bern/Kirchenfeld-Schosshalde (Nord) · Wikidata: Q29651705

Lage in Bern
Auf der Karte

Melchenbühlweg 4

Karte öffnen

Bauten in der Nähe

Burgerliches Waisenhaus am Melchenbühlweg 8120 mLandsitz Schöngrün170 mEinfamilienhaus am Melchenbühlweg 9210 mZentrum Paul Klee240 mWysslochgut: Scheune und Speicher an der Schosshaldenstrasse 76400 mohne TitelKunstwerk · 110 mGrab von Paul KleeKunstwerk · 120 mPhoenixKunstwerk · 170 m

Alle Bauten von A bis Z · Architektur & Denkmäler: Berns geschützte Bauten auf der Karte · Sehenswürdigkeiten in Bern

Einstufung und Adresse: Bauinventar © Amt für Kultur des Kantons Bern · Objektblatt (PDF) · Wikidata. Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.