Etagenwohnhaus „La Fadette“ an der Muristrasse 66
Die Villa „La Fadette“ an der Muristrasse 66 in Bern entstand 1904 auf dem Gelände des alten Kalchegguts und wurde 1932/33 aufgestockt.

- Adresse
- Muristrasse 66
- Baujahr
- um 1904, Aufstockung 1932–1933
- Architekt
- Eduard von Rodt (1904), Emil Bertallo (1932/33)
- Stil
- romantisierend, nach dem Vorbild bernischer Landsitze
- Bauherrschaft
- Gebrüder Kästli, Baugeschäft
- Schutz
- schützenswert, Baugruppe Kalchegg
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
An der Muristrasse 66 fängt eine hohe Stützmauer das ansteigende Gelände ab. Ein neubarockes Tor mit korbbogigem Sturz und schmiedeeisernem Gitter öffnet sich auf eine Treppe, die zum Haus „La Fadette“ hinaufführt. Oben steht ein kräftig gegliederter Bau unter einem steilen, mehrteiligen Knickwalmdach. Sein Grundriss ist im Kern ein Rechteck, wird aber durch einen Erker, eine teilweise ins Haus einbezogene Veranda und einen Anbau, der Treppe und Küchen aufnimmt, bewusst malerisch aufgelöst.
Der Sockel ist teils verputzt, teils aus rustiziertem Kalkstein; darüber folgen verputzte Fassaden. Verzahnte Ecklisenen aus Sandstein fassen die Bauteile, ein umlaufendes Gesims auf Brüstungshöhe setzt das oberste Geschoss vom Hauptbau ab. Die Fenster sind in Sandstein gefasst; im Erdgeschoss ahmen ihre Rahmen Quaderwerk nach, und oben schliessen sie mit flachen Stichbögen. Das Bauinventar liest den romantisierenden Bau als Anlehnung an bernische Landsitze.
Das Haus steht auf dem Areal des früheren Kalchegguts, eines seit dem 16. Jahrhundert belegten Landguts, dessen Herrenhaus am Kalcheggweg 8 im 18. Jahrhundert zur heutigen Campagne mit Mansartdach erweitert wurde. Um 1904 entstand im Nordosten des Guts zunächst eine zweigeschossige Villa nach Plänen von Eduard von Rodt (1849–1926); als Bauherrschaft nennt das Inventar das Baugeschäft Gebrüder Kästli. Von Rodt war Architekt und Historiker, leitete von 1881 bis 1894 das Historische Museum in Bern und hatte im Kirchenfeld selbst Bauland von der Berne-Land-Company erworben. 1932/33 stockte der Berner Architekt Emil Bertallo das Haus um ein Attikageschoss auf und machte daraus ein Zweifamilienhaus mit Etagenwohnungen.
An die Nordostecke ist ein winkelförmiges Gartenhaus angebaut, das im Kern möglicherweise auf ein Nebengebäude des Kalchegguts zurückgeht. Auch der weitläufige Garten bewahrt Spuren des Guts: Ein Teil seiner alten Bäume gehörte zu dessen Allee. 2010 wurden Fassaden und Dach saniert, Dach- und Galeriegeschoss umgebaut und zwei Lukarnen eingesetzt. Das Haus ist als schützenswert eingestuft und gehört zur Baugruppe Kalchegg. Von der Strasse aus lohnt ein Blick auf das Tor in der Stützmauer mit seinem Gitter.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Muristrasse 66 · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Kalchegg · Wikipedia (de): Eduard von Rodt · Bauinventar der Stadt Bern: Wylerstrasse 14 (Schreibweise Emilien Bertallo) · Wikidata: Q139553590
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