Kirche Bruder Klaus
Die katholische Kirche Bruder Klaus am Ostring 1 beim Burgernziel wurde 1953/54 nach Plänen von Hermann Baur gebaut und gilt als Wegmarke moderner Kirchen.

- Adresse
- Ostring 1
- Baujahr
- 1953–1954
- Architekt
- Hermann Baur, Basel (im Bauinventar „Hans Baur“); Ausführung Walter Bitter
- Stil
- Moderne Betonkirche der 1950er-Jahre
- Heute
- Römisch-katholische Pfarrkirche
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
An der Kreuzung von Muristrasse, Ostring und Thunstrasse beim Burgernziel fällt zuerst der Turm auf: ein vieleckiger, 35 Meter hoher Campanile, der frei direkt an der Strasse steht und sich nach oben verjüngt. Die Kirche selbst steht schräg dazu, um einen Vorplatz von der Strasse abgesetzt, und ist auf die Mitte des Kreisels ausgerichtet. Um den Platz gruppieren sich niedrige Nebenbauten mit Saal und Pfarrhaus. Über dem Eingang sitzt eine grosse Rosette aus Beton und Glas, die Ferdinand Gehr gestaltete.
Das Grundstück hatte Pfarrer Josef Emil Nünlist schon 1938 von der Burgergemeinde gekauft, weil die Stadt stark nach Osten wuchs. 1951 entschied sich eine Wettbewerbsjury für den Entwurf von Hermann Baur aus Basel; das Bauinventar schreibt den Vornamen „Hans“, Wikipedia, Wikidata und das Architekturverzeichnis nennen Hermann. Ausgeführt hat den Bau der Berner Architekt Walter Bitter. Am 30. August 1953 wurde der Grundstein gelegt, am 24. Oktober 1954 weihte Bischof Franziskus von Streng die Kirche dem 1947 heiliggesprochenen Niklaus von Flüe.
Die Kirche ist ein Skelettbau aus Beton, ausgefacht mit kleinen Betonelementen und Kalksandstein. Das Schiff ist kurz und ungewöhnlich breit und strebt so einen zentralen Raum an. Seine Wände sind fast ganz in Betongitter mit blaugrüner Verglasung aufgelöst, ähnlich wie die durchscheinenden Wände einer gotischen Kathedrale, während ein hoch liegendes Fensterband den erhöhten Altarraum hell beleuchtet. So wollte Baur den Altar auch räumlich zum Mittelpunkt machen. Eine eigene, vieleckige Taufkapelle folgt dem alten Vorbild des Baptisteriums.
Später wurde die Anlage ergänzt: 1986 kam ein Zwischenbau zum Pfarrsaal hinzu, 1989 der Brunnen „Quelle des Lebens“ von Karl Imfeld auf dem Vorplatz. Die Kirche ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung. Für Wikipedia ist sie nach der Dreifaltigkeitskirche und der Marienkirche die dritte nachreformatorische katholische Pfarrkirche der Stadt, die im ursprünglichen Zustand erhalten ist.
Wer vom Vorplatz zum Eingang geht, sollte nach oben schauen: In der Rosette über der Tür verbindet sich Beton mit farbigem Glas.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Ostring 1, 1A–D, Segantinistrasse 24, 26, 26A · Wikipedia (de): Bruder Klaus (Bern) · Architekturbibliothek: Hermann Baur · Wikidata: Q19362499
Bauten in der Nähe
Holzhaus an der Muristrasse 3970 mMehrfamilienhaus an der Muristrasse 33/35100 mVilla Jenner110 mMehrfamilienhaus an der Muristrasse 31130 mEtagenwohnhaus „La Fadette“ an der Muristrasse 66150 mQuelle des LebensKunstwerk · 30 mFliegende GänseKunstwerk · 190 mGüggelKunstwerk · 330 mEinstufung und Adresse: Bauinventar © Amt für Kultur des Kantons Bern · Objektblatt (PDF) · Wikidata. Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.