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Kunst in Bern · Bauwerk

Etagenwohnhaus an der Laubeggstrasse 49

Eine neubarocke Villa von 1899 an der Laubeggstrasse am Berner Obstberg; in einer Mansarde malte der junge Friedrich Dürrenmatt die Wände aus.

Etagenwohnhaus an der Laubeggstrasse 49, Bern
Foto: AnBuKu, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · Quelle
Adresse
Laubeggstrasse 49
Baujahr
1899
Stil
Neubarock
Heute
Wohnhaus; Dürrenmatt-Mansarde als Gästezimmer
Bauherrschaft
S. Collin
Baumeister
Christian Trachsel, Bern
Schutz
schützenswert, Baugruppe Obstberg
Schutz
schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

Am Hang der Laubeggstrasse am Obstberg steht eine neubarocke Villa von 1899, die ihre Traufseite der Strasse zuwendet. Gebaut wurde sie als Etagenwohnhaus: ein Putzbau auf T-förmigem Grundriss, an drei Seiten durch Vorbauten erweitert. Über einem frei liegenden, gebänderten Kellergeschoss und einem rustizierten Sockelgeschoss folgen zwei Etagen mit hohen, in Sandstein gefassten Stichbogenfenstern. Das Walmdach mit gekapptem First ist mit Lukarnen und Firstknäufen besetzt.

Die Strassenfront ist streng symmetrisch. In ihrer Mitte tritt das Treppenhaus als aufwendig gestalteter Risalit hervor; es endet in einem Zwerchdach mit Ründi, dem in Bern verbreiteten gerundeten Giebelabschluss. An den Schmalseiten liegen ein Vorbau mit Pyramidendach und eine Veranda mit vorgelagerter Terrasse und Balustrade. Gebaut hat das Haus Christian Trachsel, Bauherr war S. Collin; 1927 kam eine Garage dazu. Mit den Nachbarbauten Laubeggstrasse 53–57, Steigerweg 13–19 und Bantigerstrasse 32 umschliesst die Villa einen Innenhof mit Garten und altem Baumbestand.

Bekannt ist das Haus wegen eines jungen Bewohners. Friedrich Dürrenmatt lebte hier 1942–43 als Student in einer Mansarde und bemalte ihre Wände. Nach Angaben des Centre Dürrenmatt Neuchâtel zeigen die grossen, farbigen Bilder Stoffe aus Mythologie, Bibel und Zeitgeschichte sowie aus seinem eigenen Leben. Eine Wand ist den Politikern jener Jahre gewidmet, andere beziehen sich auf sein frühes Schreiben oder auf religiöse Themen wie die Kreuzigung. Die Bilder wurden später übermalt und restauriert; im Schweizerischen Literaturarchiv liegen Fotos von Restaurierungsarbeiten um 1993.

Heute dient der Raum als Gästezimmer für Gäste der Berner Kulturinstitutionen; laut Nationalbibliothek betreut ein Verein die Nutzung, und die Mansarde lässt sich auch bei Führungen besichtigen. Die Villa selbst ist als schützenswert eingestuft, seit 1989 vertraglich geschützt und gehört zur Baugruppe Obstberg. Von der Strasse aus sieht man die Lukarnen des Dachgeschosses, in dem die Mansarden liegen.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Laubeggstrasse 49 · Centre Dürrenmatt Neuchâtel: Mural paintings · Schweizerische Nationalbibliothek: Dürrenmatt attic · HelveticArchives (SLA): Dürrenmatt-Mansarde Laubeggstrasse 49, Restaurationsarbeit, um 1993 · Wikidata: Q138824633

Lage in Bern
Auf der Karte

Laubeggstrasse 49

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