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Kantonale Militäranstalten auf dem Beundenfeld

Die Kantonalen Militäranstalten an der Papiermühlestrasse entstanden 1873 bis 1879 als Kaserne, Zeughaus und Reithalle um einen Exerzierplatz.

Kantonale Militäranstalten auf dem Beundenfeld, Bern
Foto: Krol:k, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 · Quelle
Adresse
Papiermühlestrasse 15
Baujahr
1873–1879
Architekt
Adolphe Tièche (Wikidata: Paul Adolphe Tièche)
Stil
Klassizismus mit Anklängen an Berner Barock und italienische Frührenaissance
Heute
General-Guisan-Kaserne; Reithalle von der Hochschule der Künste Bern genutzt
Schutz
Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

An der Papiermühlestrasse, einer breiten Allee mit Platanen, reihen sich zwischen Kasernenstrasse und Guisanplatz die Bauten des Militärs. Herzstück ist ein rechteckiger Exerzierplatz, um den sich drei Gebäudegruppen legen: im Nordosten die Kaserne, auf einer weiteren Seite das Zeughaus mit seinen Werkstätten, im Süden die Reithalle mit den Stallungen. Alle Hauptfronten sind auf den Platz ausgerichtet.

Den Anstoss gab eine Volksabstimmung von 1873. Damals beschloss der Kanton Bern, die Militäreinrichtungen, die bis dahin an drei Orten in der Stadt verteilt waren, auf das Beundenfeld zu verlegen. Um die Kaserne selbst wurde heftig gestritten, weil manche in ihr ein bedenkliches Zeichen von Macht sahen; das Projekt wurde deshalb in zwei Varianten ausgearbeitet. Die Pläne stammen nach dem Bauinventar von Adolphe Tièche, Bauherr war der Staat Bern, gebaut wurde von 1873 bis 1879.

Die Kaserne ist als schlossartige, viergeschossige Anlage mit drei Flügeln unter geknickten Walmdächern gestaltet. Der Sockel ist aus Kalk- und Sandstein, darüber ist der Bau verputzt, nur die vortretenden Mittelteile sind aus Sandstein. In der Mitte der Hauptfront sitzt unter einem Giebel eine Uhr, und über den Eingängen prangt das Berner Wappen. Die Türme in den Gebäudewinkeln trugen ursprünglich steile Helme und sind heute flach gedeckt. Die Formen sind klassizistisch, greifen aber auf den Berner Barock und die italienische Frührenaissance zurück. Die Reithalle mit steilem Satteldach steht rechtwinklig zum Platz, beidseits schliessen schlanke Stalltrakte an. Das Zeughaus ist nach aussen mit Mauern und Gittertoren festungsartig abgeschlossen.

Die Anlage prägte die Entwicklung des Breitenrainquartiers wirtschaftlich und städtebaulich. Auf der nahen Allmend wurde 1900 eine Ballonhalle gebaut, und 1914 wurde hier die Fliegertruppe der Schweizer Armee aufgestellt. 1998 bis 2002 wurden Reithalle und Stallungen für die Hochschule für Musik und Theater umgebaut, die heute zur Hochschule der Künste Bern gehört; die Kaserne wurde von 2000 bis 2003 gesamtsaniert. Sie trägt heute den Namen General-Guisan-Kaserne und wird weiter militärisch genutzt.

Wer vor der Kaserne steht, sollte die Uhr im Giebel und das Wappen über dem Portal suchen: Sie zeigen, wie repräsentativ der Kanton seine Truppen unterbringen wollte.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Papiermühlestrasse 13A–K, 15 · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Kaserne West · Bauinventar der Stadt Bern: Strukturgruppe Kaserne Ost · Wikipedia (de): Kantonale Kaserne Beundenfeld · Wikidata: Q19362498

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Papiermühlestrasse 15

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