Ehemalige Pferdekuranstalt an der Papiermühlestrasse 40
Die ehemalige Pferdekuranstalt an der Papiermühlestrasse 40 in Bern ist ein Ensemble aus gelbem Backstein, gebaut in Etappen von 1891 bis 1936.

- Adresse
- Papiermühlestrasse 40
- Baujahr
- 1891 (Bauinventar; laut Wikipedia 1889), Erweiterungen 1910, 1911, 1936
- Architekt
- Kantonsbauamt Bern; 1936 Lutstorf & Mathys
- Stil
- Zweckarchitektur in Backstein
- Heute
- Nationales Pferdezentrum Bern
- Schutz
- Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
An der Papiermühlestrasse im Quartier Allmend-Murifeld umschliessen niedrige Bauten aus gelbem Backstein einen rechteckigen Hof, in dem Kastanien stehen. Rote Backsteine bilden Zierformen, Gesimse und Schlusssteine sind aus Sandstein. Zur Strasse zeigt das zweigeschossige Verwaltungsgebäude seine Giebelseite; Pilaster teilen sie in drei Achsen, oben sitzt ein Rundfenster.
Die Anlage gehörte zur Pferdehaltung der Schweizer Armee. 1890 wurde auf dem Gelände das Kavallerie- und Remontendepot gegründet, in dem neu gekaufte junge Pferde ausgebildet wurden. Dazu gehörte die Pferdekuranstalt mit Krankenställen, Apotheke und Wohnung für den Tierarzt. Ihr Baujahr wird verschieden angegeben: Das Bauinventar nennt 1891 für Verwaltungsbau und Stallungen, Wikipedia beschreibt die Kuranstalt 1890 als bereits ein Jahr zuvor erbaut. Bauherr war der Staat Bern, geplant hat das Kantonsbauamt.
Zuerst war die Anlage U-förmig: das Verwaltungsgebäude in der Mitte, seitlich die niedrigen Ställe mit weit vorspringenden, von Bügen gestützten Dächern. In ihnen reihen sich Boxen verschiedener Grösse unter dem offenen Dachstuhl; zu jeder Tür gehören zwei Fenster. 1910 kamen zwei weitere Krankenställe hinzu, im Innern durch Gusseisensäulen in drei Schiffe geteilt, und 1911 eine Operationshalle, ein schlichter Putzbau mit grossen Fenstern. 1936 schlossen die Architekten Lutstorf & Mathys den Hof mit Trakten, die sich eng an die älteren Ställe halten.
1950 wurde der Standort zur Eidgenössischen Militärpferdeanstalt (EMPFA); zeitweise lebten hier bis zu 1200 Pferde. Nach der Abschaffung der Kavallerie 1972 wurde der Betrieb verkleinert. Seit 1997 führt die Genossenschaft Nationales Pferdezentrum das Gelände, mit Tierklinik, Ausbildung und einer historischen Geschirr- und Wagensammlung des Bundes. Das Ensemble ist ein Kulturgut von regionaler Bedeutung.
Ein Detail zum Suchen: das Rundfenster im Giebel des Verwaltungsbaus über der Papiermühlestrasse.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Papiermühlestrasse 40 / Mingerstrasse 3, 3A, 3B · Wikipedia (de): Nationales Pferdezentrum Bern · Plattform J: Stadt Bern, 12. Oktober 2022 (Nationales Pferdezentrum) · Wikidata: Q29651681
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