Ehemalige Reithalle mit Stallungen
Die ehemalige Reithalle mit Stallungen an der Papiermühlestrasse 13 gehört zu den Berner Militäranstalten von 1873 bis 1879 und dient heute der Musik.

- Adresse
- Papiermühlestrasse 13a-k, 3014 Bern
- Baujahr
- 1873–1879
- Architekt
- Adolphe Tièche (laut GSK: Tièche, Eggimann und von Rodt); Umbau Beat und Jutta Strasser
- Stil
- Spätklassizismus mit Formen der Frührenaissance
- Heute
- Musikabteilung der Hochschule der Künste Bern, Musikbibliothek
Über den Bau
An der alleengesäumten Papiermühlestrasse im Breitenrain umstehen Kaserne, Zeughaus und Reithalle einen grossen, rechteckigen Exerzierplatz. Die ehemalige Reithalle fasst ihn auf der Südseite ein. Ihr langer Bau unter einem steilen Satteldach steht im rechten Winkel zum Platz; beidseits docken symmetrisch zwei schlanke Stalltrakte mit kurzen Querflügeln an. Der Kunstführer der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte beschreibt den Baukörper als basilikal, in Formen der florentinischen Frührenaissance, mit Quergiebeln über dem breiten Mittelrisalit und den schmalen Seitenrisaliten.
Die Anlage entstand von 1873 bis 1879 als Kantonale Militäranstalten auf dem Beundenfeld, nachdem 1873 ein Volksbeschluss den Neubau ermöglicht hatte. Sie ersetzte Militäreinrichtungen, die bis dahin auf drei Standorte in der Stadt verteilt waren. Bauherr war der Staat Bern. Das Bauinventar nennt Adolphe Tièche als Architekten, der Kunstführer die Architektengemeinschaft Tièche, Eggimann und von Rodt. Die Bauten sind in ihrer Grundhaltung klassizistisch und greifen Vorbilder aus dem Berner Barock und der italienischen Frührenaissance auf.
1931 erhielt die Reithalle einen Anbau für ein Wachtlokal. Um die Jahrtausendwende bauten die Architekten Beat und Jutta Strasser Reithalle und Stallungen für eine zivile Nutzung um; das Bauinventar gibt dafür 1998 bis 2002 an, der Kunstführer 1999 bis 2001, ein Bericht des Kantons 1999 bis 2003. Seither nutzt die Hochschule der Künste Bern, damals Hochschule für Musik und Theater, die Räume. Laut Berner Fachhochschule dienen sie vor allem dem Instrumentalunterricht; dazu kommen ein Aufnahmestudio, Konzerträume und die öffentliche Musikbibliothek. Der Umbau half, das Kasernenareal für nichtmilitärische Nutzungen zu öffnen.
Zur Anlage gehört das Kunstwerk „Black Boxes & Memory Cases“ von Cécile Wick und Peter Radelfinger, entstanden von 1999 bis 2003. Die Reithalle steht seit 2001 durch einen Beschluss des Regierungsrats unter Schutz, und das Kasernenareal ist im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder verzeichnet. Die heutige Nutzung ist nicht für immer festgelegt: Laut einem Bericht des Kantons wird die Hochschule nach dem Bau des neuen Campus der Fachhochschule wegziehen; dann wird eine Nachfolgenutzung gesucht.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Papiermühlestrasse 13A-K, 15 · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Kaserne West · KGS-Inventar, Objektbeschreibung GSK-Kunstführer: Militäranstalten auf dem Beundenfeld (KGS 630) · Kanton Bern, Grosser Rat: Vortrag zum Kasernenareal Papiermühlestrasse · Berner Fachhochschule: Standort Papiermühlestrasse 13 · Wikipedia (de): Kantonale Kaserne Beundenfeld · Wikidata: Q113986834
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