Kleingewerbehaus an der Wasserwerkgasse 21
Das kleine Gewerbehaus an der Wasserwerkgasse 21 in der Berner Matte ist der letzte Bau einer Reihe von Werkstätten am Gewerbekanal Tych.

- Adresse
- Wasserwerkgasse 21
- Baujahr
- vor 1850 (Datierung nach INSA)
- Architekt
- unbekannt
- Quartier
- Matte (Altstadt)
- Schutz
- Regierungsratsbeschluss 1997, schützenswert
- Umbau
- 1988–1990
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Zwischen der Aare und dem Tych, dem alten Gewerbekanal der Matte, zieht sich ein schmaler Landstreifen nach Westen bis zum Inseli. An seiner engsten Stelle steht das Haus Wasserwerkgasse 21. Es ist ein unscheinbarer Bau mit Erdgeschoss aus Sandsteinquadern und Fassaden, die mit grauen Schieferschindeln verkleidet sind. Wer genau hinsieht, entdeckt im unteren Teil der Süd- und der Westseite freiliegende Holzbalken: Reste eines verputzten Fachwerks, wie es auf Fotografien aus der Zeit nach 1850 zu sehen ist.
An dieser Stelle gab es spätestens seit dem 18. Jahrhundert drei bis vier kleine Wehre. Von ihnen aus liessen sich Kanäle mit Wasserrädern zuschalten, deren Kraft die Werkstätten nutzten. Die Häuser dazu sassen gleichsam quer auf der Landzunge. Von dieser Reihe ist nur Nummer 21 übrig geblieben; ein Wehr hat sich bei Nummer 17A erhalten. Die städtische Denkmalpflege zählt das ganze Gewerbegebiet Matte zu den Teilen der Stadt, die sich mit keinem anderen Ort in Bern vergleichen lassen.
Wie alt das Haus genau ist, weiss man nicht. Das Bauinventar übernimmt die Datierung des Inventars der neueren Schweizer Architektur (INSA): vor 1850, also wohl ein Neubau der späten Biedermeierzeit. Ein Plan der städtischen Wasserwerke von 1838 verzeichnet hier ein Kohlenmagazin und auf dem Platz westlich davon eine Kupferschmiede, beides vermutlich Vorgänger. Auf einer Stadtansicht von Schmid aus dem Jahr 1820 erscheint zwischen der Marmorsäge der Familie Funk und dem Vorläufer der Gipsreibe ein weiss verputzter Bau mit Teilwalmdach, doch ob es dasselbe Haus ist, bleibt offen. Klarheit könnten erst eine bauarchäologische Untersuchung oder eine Holzaltersbestimmung bringen.
In den Jahren 1988 bis 1990 wurden die Gewerberäume vollständig umgebaut und der Dachstock ausgebaut. Aus dieser Zeit stammt die dreifache Öffnung im Nordgiebel. Seit 1997 steht das Haus durch einen Beschluss des Regierungsrats unter Schutz; die Stadt stuft es als schützenswert ein.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Wasserwerkgasse 21 · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Matte · Wikidata: Q139683840
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