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Kunst in Bern · Bauwerk

Stadtmühle in der Matte

Die Stadtmühle am Mühlenplatz in der Berner Matte wurde nach einem Brand 1818 neu gebaut; den Kernbau entwarf Ludwig Samuel Stürler.

Stadtmühle in der Matte, Bern
Foto: Hadi, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 · Quelle
Adresse
Mühlenplatz 11, Mühlenplatz 15, Wasserwerkgasse 18, Wasserwerkgasse 20
Baujahr
1818 (Vorgängerbau 1556; Aufstockung 1880er-Jahre)
Architekt
Ludwig Samuel Stürler; genannt auch Ludwig Friedrich Schnyder und Waeber
Stil
Klassizismus
Heute
1992–1996 umgebaut und umgenutzt
Schutz
Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B), schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

Am Mühlenplatz unten an der Aare prägt die Stadtmühle bis heute den Raum des Mattequartiers. Am Haus Mühlenplatz 11 sieht man die Fassade des Kernbaus: mächtige Rustikaquader, die eine zweigeschossige Reihe von Stichbögen bilden. Auf der Südwestseite ist ein Teil einer grossen Rundbogenöffnung erhalten, wie sie früher beide Schmalseiten unter einem Gerschild beherrschten.

An diesem Ort stand schon 1556 ein Mühlengebäude. Es brannte 1818 ab und wurde von Grund auf neu gebaut; Bauherrin war die Stadt Bern. Der Kernbau stammt vom klassizistischen Architekten Ludwig Samuel Stürler, das Bauinventar nennt zudem Ludwig Friedrich Schnyder und einen Waeber. Alte Ansichten zeigen auf beiden Längsseiten je fünf symmetrische Achsen. Im zweigeschossigen Kern über dem Mühlekanal liefen vermutlich noch im ausgehenden 19. Jahrhundert sechs oder mehr grosse, unterschlächtige Mühlräder.

Danach wuchs der Bau Stück für Stück. In den 1880er-Jahren entstand der fünfgeschossige Kopfbau zum Tych, dem Gewerbekanal, und der Kern wurde ebenfalls auf fünf Geschosse aufgestockt. An der Wasserwerkgasse stand ein Turbinenhaus; die Bauten dort wurden Ende der 1960er-Jahre und 1978 ersetzt. Ab 1879 diente ein Teil der Mühle als Schokoladenfabrik. Der Name dieses Unternehmens ist nicht überliefert; das Bauinventar vermutet einen Zusammenhang mit einer Gewürzstampfe, die schon vor 1818 im alten Bau bestand. Die bekannte Firma Lindt hatte ihren Sitz ab 1878 nicht hier, sondern an der Wasserwerkgasse 2.

1992 bis 1996 wurde das Gebäude umgebaut und neu genutzt. Für die Denkmalpflege ist die Stadtmühle ein wichtiges Zeugnis der Industriegeschichte Berns, gerade weil sie über Jahrhunderte immer wieder ergänzt und erneuert wurde. Sie ist ein Kulturgut von regionaler Bedeutung.

Ein Detail: Schauen Sie am Mühlenplatz 11 auf die groben Steinquader der unteren Geschosse, den Rest von Stürlers Bau von 1818.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Mühlenplatz 11, 15 / Wasserwerkgasse 18, 20 · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Matte · Wikidata: Q29651739

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