Bärn Kit BlogApps · Kunst · Essen retten – in Bern
Kunst in Bern · Bauwerk

Einfamilienhaus mit Atelier am Kollerweg 11

Ein Heimatstilhaus von 1912 am Kollerweg im Berner Kirchenfeld: Hier wohnte und arbeitete der Bildhauer Hermann Hubacher, der auch den Bauschmuck schuf.

Einfamilienhaus mit Atelier am Kollerweg 11, Bern
Foto: AnBuKu, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · Quelle
Adresse
Kollerweg 11
Baujahr
1912
Architekt
Joss & Klauser (Walther Joss, Hans Klauser), Bern
Stil
Heimatstil, „Nationale Romantik“
Bauschmuck
Hermann Hubacher
Schutz
schützenswert
Schutz
schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

Am Kollerweg im Kirchenfeld steht ein verputztes Wohnhaus von 1912, das der Strasse seine Giebelseite zuwendet. Sein Viertelwalmdach mit hoch angesetzten Knicken wird auf beiden Traufseiten durchbrochen: im Osten von einem halbrund vortretenden Treppenturm mit vieleckigem Helm, im Westen von einem kleinen Erkertürmchen, das auf einem gotisch anmutenden Fuss ruht. An der Südwestecke fallen ein kräftiger Eckpfeiler und ein angrenzendes Wandstück auf, die nicht verputzt, sondern aus Kunst- und Sandstein gefügt sind.

Geplant hat das Haus das Berner Büro Joss & Klauser, also die Architekten Walther Joss und Hans Klauser; Wikidata führt Walter Joss als Architekten und als Auftraggeber. Die städtische Denkmalpflege ordnet den Bau einer Spielart des Heimatstils zu, die vereinfachte Formen bernischer Landhäuser des 17. Jahrhunderts aufnimmt, und rechnet ihn zur sogenannten Nationalen Romantik. Schon 1913 stellte die Zeitschrift „Die Schweizerische Baukunst“ Wohnhäuser von Joss & Klauser vor.

Den bauplastischen Schmuck schuf der Bildhauer Hermann Hubacher (1885–1976), der selbst in diesem Haus wohnte und hier sein Atelier hatte. Laut Bauinventar blieb er hier, bis er 1917 nach Zürich zog; das Historische Lexikon der Schweiz nennt für sein Berner Atelier die Jahre 1910 bis 1916 und lässt ihn ab 1916 in Zürich arbeiten. Hubacher gestaltete auch die Bauornamentik der beiden Nachbarhäuser Kollerweg 7 und 9, die ebenfalls von Joss & Klauser stammen. An Nummer 9 zeigt ein kleines Wandbild Simson als Schweizer Söldner, der den Löwen erwürgt.

Vor dem Haus liegt eine Plattform, die nach Westen erweitert ist und in einen terrassierten Garten über dem Gelände übergeht. 2012 wurde das Gebäude renoviert und umgebaut: Spätere Eingriffe wurden rückgängig gemacht, die originalen Fenster saniert und ein hindernisfreier Zugang geschaffen. Das Haus ist als schützenswert eingestuft, der Aussenraum gilt als denkmalpflegerisch interessant. Achten Sie auf das Türgewände: Sein reicher Figurenschmuck in der Ornamentik der Werkbundzeit ist eine Arbeit Hubachers.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Kollerweg 11 · Bauinventar der Stadt Bern: Kollerweg 9 · Bauinventar der Stadt Bern: Choisystrasse 9 (Namen Walther Joss und Hans Klauser) · Historisches Lexikon der Schweiz: Hermann Hubacher · Wikidata: Q138837013

Lage in Bern
Auf der Karte

Kollerweg 11

Karte öffnen

Bauten in der Nähe

Zweifamilienhaus mit Büro am Kollerweg 930 mDoppelwohnhaus am Grossen Muristalden 32/34110 mBacksteinhaus am Gryphenhübeliweg 4130 mKleingewerbehaus an der Wasserwerkgasse 21150 mDoppelwohnhaus am Gryphenhübeliweg 55/57160 mBerner WappenKunstwerk · 30 mSound Bounce BounceKunstwerk · 200 mohne TitelKunstwerk · 200 m

Alle Bauten von A bis Z · Architektur & Denkmäler: Berns geschützte Bauten auf der Karte · Sehenswürdigkeiten in Bern

Einstufung und Adresse: Bauinventar © Amt für Kultur des Kantons Bern · Objektblatt (PDF) · Wikidata. Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.