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Zweifamilienhaus mit Büro am Kollerweg 9

Das Zweifamilienhaus mit Büro am Kollerweg 9 in Bern, 1910/11 von Joss & Klauser für sich selbst gebaut, mit Bauschmuck von Hermann Hubacher.

Zweifamilienhaus mit Büro am Kollerweg 9, Bern
Foto: AnBuKu, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · Quelle
Adresse
Kollerweg 9
Baujahr
1910–1911
Architekt
Joss & Klauser (Walter Joss, Hans Klauser), Bern
Stil
Heimatstil, Nationale Romantik
Bauherr
Joss & Klauser, Architekten (eigenes Haus und Büro)
Bauschmuck
Hermann Hubacher
Schutz
schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

Am Kollerweg im Kirchenfeld, über dem Aarehang, steht ein breites Haus mit einem vielteiligen Mansartwalmdach. Die Architekten Walter Joss und Hans Klauser bauten es 1910/11 für sich selbst: In den hellen Atelierräumen des Sockelgeschosses richteten sie ihr eigenes Büro ein. Am Hauseingang steht noch heute die Signatur „Joss u. Klauser Arch. A. D. 1910“.

Der Putzbau mit Gliederungen aus Kunststein ist klar symmetrisch angelegt. In der Mitte der Strassenfront durchbricht ein zusätzliches Geschoss das Dach, gekrönt von einem kräftigen Segmentgiebel mit Kugelaufsatz. Zwei schwere, mehreckige Erker fassen die Fassade an den Ecken ein. An der Südwestecke schliesst ein vorspringender Säulengang den schmalen Vorplatz ab. Zur Aare hin liegt zwischen den Erkern eine Schicht von Lauben mit gedrechselten Stützen und Brüstungen aus Brettbalustern.

Den Bauschmuck schuf der Bildhauer Hermann Hubacher, der im Nachbarhaus Nummer 11 sein Atelier hatte und auch die Häuser 7 und 11 verzierte, die ebenfalls von Joss & Klauser stammen. Laut Bauinventar blieb er dort bis 1917, das Historische Lexikon der Schweiz nennt 1916 als Jahr seines Umzugs nach Zürich. Zu Hubachers Arbeiten gehören das reich ornamentierte Portal im Stil des Werkbunds und die originelle Holztür. An der Strassenseite zeigt eine kleine Wandmalerei Simson als Schweizer Söldner, der den Löwen erwürgt.

Das Haus greift Motive traditioneller Bauten aus der Ostschweiz auf und gilt der Denkmalpflege als Musterbeispiel der Nationalen Romantik. Die Zeitschrift „Die Schweizerische Baukunst“ stellte die Wohnhäuser von Joss & Klauser 1913 vor. Walter Joss (1875–1915) war 1908 Mitbegründer des Bundes Schweizer Architekten; mit Klauser entwarf er unter anderem die Kunsthalle Bern, die erst nach seinem frühen Tod gebaut wurde.

Ein Detail zum Suchen: Die Inschrift „19 Jolie-Vue 10“ an der Strassenfront nennt einen Hausnamen, der laut Bauinventar jünger ist als das Haus.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Kollerweg 9 · Bauinventar der Stadt Bern: Kollerweg 11 · Bauinventar der Stadt Bern: Kollerweg 7 · Wikipedia (de): Walter Joss · Historisches Lexikon der Schweiz: Hubacher, Hermann · Wikidata: Zweifamilienhaus mit Büro (1910/11)

Lage in Bern
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Kollerweg 9

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