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Kunst in Bern · Bauwerk

Landsitz Obstberggut

Das Obstberggut am Alter Aargauerstalden in Bern ist ein Landhaus aus dem frühen 17. Jahrhundert mit neugotischem Treppenturm von 1908.

Landsitz Obstberggut, Bern
Foto: AnBuKu, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · Quelle
Adresse
Alter Aargauerstalden 2
Baujahr
Kern frühes 17. Jh.; Umbau um 1760; Erweiterung 1908
Architekt
unbekannt; Umbau 1908: Ernst Baumgart
Stil
Landhaus mit neugotischem Treppenturm (1908) und barockem Gartenpavillon
Schutz
schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

Oberhalb der Gabelung beim Bärengraben, wo der Aargauerstalden und der Grosse Muristalden auseinandergehen, steht auf einer Geländeterrasse das Obstberggut. Der verputzte Fachwerkbau trägt ein Viertelwalmdach mit Lukarnen und Kaminen; hohe Rechteckfenster mit Rahmen aus Sandstein und Brettern gliedern die Fassaden. Am auffälligsten ist der neugotische Treppenturm mit einem Aufsatz in Fachwerk und einem geschweiften, vieleckigen Helm.

Im Kern stammt das Landhaus aus dem frühen 17. Jahrhundert, um 1760 wurde es ein erstes Mal umgebaut. Seine heute so markante Lage am unteren Stadtausgang verdankt es den grossen Strassenbauten der folgenden Jahrzehnte: dem Aargauerstalden von 1750 bis 1758, den der Turiner Ingenieur Antonio Maria Mirani im Dienst Berns anlegte, dem Grossen Muristalden von 1779 bis 1783 und der Nydeggbrücke von 1840 bis 1844. Nach dem Historisch-Topographischen Lexikon der Stadt Bern gab das Gut dem ganzen Quartier und dem 1893 angelegten Obstbergweg den Namen.

1908 baute der Architekt Ernst Baumgart das Haus um und erweiterte es auf der Nord- und der Ostseite; damals entstand auch der Treppenturm mit seinem reich in Sandstein gefassten Eingangsvorbau. Für 1982 nennt das Bauinventar den Abbruch der grossen Ründe, also der gewölbten Verschalung unter dem Giebel, das Lexikon eine Renovation der Fassaden. Vor der Südwestseite steht ein barocker Gartenpavillon unter geknicktem Walmdach, mit verzierter Portalädikula und toskanischen Säulen aus Sandstein. Über einen gepflasterten Vorplatz mit Garagen und einen Schwimmbadtrakt ist das Haus mit dem Stöckli Alter Aargauerstalden 4 verbunden.

Die Denkmalpflege hebt besonders die teils sehr detailreichen Steinmetzarbeiten und die eleganten schmiedeeisernen Gitter hervor. Ein Detail zum Suchen: Gleich unterhalb des Guts steht der Muristaldenbrunnen mit seinem Obelisken; nach dem Bauinventar war sein Platz an der Gabelung schon 1783 ausdrücklich unterhalb des Obstbergguts vorgesehen.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Alter Aargauerstalden 2 · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Stalden · Bauinventar der Stadt Bern: Kleiner Muristalden NN (Staldenbrunnen) · Historisch-Topographisches Lexikon der Stadt Bern: Obstberg · Wikipedia (de): Liste der Kulturgüter in Bern/Kirchenfeld-Schosshalde (Nord) · Wikidata: Q138841264

Lage in Bern
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Alter Aargauerstalden 2

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