Muristaldenbrunnen
Der Muristaldenbrunnen beim Bärengraben in Bern ist ein Obelisk-Brunnen von 1783–1785 aus Solothurner Kalkstein, Niklaus Sprüngli zugeschrieben.

- Adresse
- Alter Aargauerstalden 2, 3006 Bern
- Baujahr
- 1783–1785 (Bauinventar); Ratsbeschluss 1784; 1844 leicht versetzt
- Architekt
- Niklaus Sprüngli (zugeschrieben)
- Stil
- Obelisk-Brunnen des späten 18. Jahrhunderts
- Heute
- Brunnen der Stadt Bern beim Bärengraben-Kreisel
Über den Bau
Beim Kreisel am Bärengraben, zwischen Grossem Muristalden und Aargauerstalden, steht ein Brunnen mit einem gedrungenen Obelisken. An dieser Stelle gabelten sich früher die alten Strassen Richtung Aargau und Richtung Oberland. Das Bauinventar der Stadt führt ihn unter dem Namen Staldenbrunnen; der Brunnen gehört der Stadt Bern.
Er ist ein Teil des Ausbaus der östlichen Stadtausgänge im 18. Jahrhundert. Der neue Grosse Muristalden war Ende Oktober 1783 fertig. Unmittelbar danach schlug das Bauamt vor, in der Solothurner Steingrube ein besonders schönes Stück weissen Jurakalk für einen Brunnen an der Gabelung von alter und neuer Strasse zurückzulegen. Am 9. Juli 1784 beschloss der Rat den Bau, im Herbst 1785 wurde über die fertige Anlage abgerechnet. Der Entwurf wird Niklaus Sprüngli zugeschrieben; das Werkverzeichnis des Architekten auf Wikipedia führt den Brunnen mit dem Jahr 1784.
Das Becken ist queroval und hat die Form einer Wanne, an der Stirnseite sitzt ein leeres Medaillon. Am Brunnenstock halten steinerne Löwenmasken die Röhren, die nach dem Bauinventar aus Bronze sind und spiralförmige Träger haben; Wikidata nennt Messing und Eisen. Über einem kräftig verkröpften Gesims erhebt sich der Obelisk, eine vereinfachte Fassung desjenigen am Waisenhausplatzbrunnen. Das Material ist heller Solothurner Muschelkalk.
Ganz am ursprünglichen Ort steht der Brunnen nicht mehr. Aufgestellt war er nach Nordwesten ausgerichtet. Im Sommer 1844 wurde er beim Ausbau der Zufahrt zur neuen Nydeggbrücke ein wenig nach Südosten verschoben, und der ganze Platz zwischen den beiden Stalden hat sich seither stark verändert. Ein Detail zum Suchen: die steinernen Löwenmasken am Stock, welche die Brunnenröhren halten.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Kleiner Muristalden NN (Staldenbrunnen) · Historisch-Topographisches Lexikon der Stadt Bern: Muristaldenbrunnen · Inventar historischer Verkehrswege der Schweiz (IVS): BE 10.2.1 · Wikipedia (de): Werkverzeichnis Niklaus Sprüngli · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Stalden · Wikidata: Q56516320
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