Schönausteg
Der Schönausteg ist eine Kettenbrücke für Fussgänger über die Aare zwischen der Schönau und dem Dählhölzli in Bern, eröffnet am 2. Oktober 1906.

- Adresse
- Schönausteg
- Baujahr
- 1906
- Architekt
- Theodor Bell & Cie., Kriens, mit Ingenieur Emil Henzi
- Stil
- Kettenbrücke mit Jugendstil-Portalen
- Heute
- Fussgängersteg, saniert 2024/25
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Zwischen dem Marzilibad und dem Eichholz führt der Schönausteg knapp über dem Wasser über die Aare, nur etwa zwei Meter hoch. Er verbindet die Lindenau am linken Ufer mit dem unteren Kirchenfeld beim Dählhölzli, seine Spannweite beträgt rund 55 Meter. Im Sommer springen Badende vom Steg in den Fluss. Fahrräder und Motorfahrzeuge dürfen ihn nicht benutzen.
Vorher setzte hier eine Fähre über; die Wikipedia nennt 1868 als Beginn der Dählhölzlifähre, das Bauinventar um 1880. 1904 machte sich ein ‚Initiativkomitee für den Lindenausteg‘ für eine Brücke stark, und die Baudirektion schrieb einen Wettbewerb aus. Robert Maillart reichte einen fortschrittlichen Entwurf ein, einen Betonbogen mit drei Gelenken und kastenförmigem Querschnitt. Aus Rücksicht auf das Aussehen, so das Bauinventar, entschied man sich jedoch für das technisch konservative Projekt einer Kettenbrücke von Ingenieur Emil Henzi und der Firma Theodor Bell & Cie. aus Kriens. Ausgeführt haben den Bau F. Heller-Bürgi & Sohn aus Bern und Bell; am 2. Oktober 1906 wurde der Steg eröffnet.
Der eiserne Steg hängt an Ketten und wird von Fachwerkträgern versteift. Die Ketten sind zwischen den Brückenportalen und den Brüstungen aus Haustein auf den Widerlagern eingespannt. Die Portale sind im Jugendstil geformt: flache Bögen, deren Enden seitlich wie Ohren ausschwingen. Für das Bauinventar ist der Steg ein origineller, gut gestalteter später Vertreter der Kettenbrücke.
Im Winter 2024/25 wurde der Steg saniert. Am 1. November 2024 wurde er abgebaut; Teile der Konstruktion wurden ersetzt, Korrosionsschutz und Holzbelag erneuert, und die Schwingungen, die Jogger auslösen, sollten geringer werden. Während der Arbeiten diente ein provisorischer Steg etwa 250 Meter flussabwärts als Ersatz. Am 14. April 2025 kam die Brücke zurück, am 23. April war sie wieder offen. Dank dem neuen Korrosionsschutz soll sie nun 80 Jahre halten.
Ein Detail zum Namen: Früher hiess der Übergang auch ‚Kettensteg beim Knechteninseli‘, nach der kleinen Insel beim Dählhölzli, zu der die Fähre fuhr.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Schönausteg · Wikipedia (de): Schönausteg · Wikidata: Q2258722
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