Fabrikgebäude an der Wasserwerkgasse 3
Zwei Gewerbebauten an der Wasserwerkgasse 3 in der Berner Matte: ein schlichtes Haus von 1899/1900 und eine Giesserei von 1925/26 mit feinem Putzdekor.

- Adresse
- Wasserwerkgasse 3
- Baujahr
- 1899–1900 (Westbau), 1925–1926 (Ostbau)
- Stil
- Baumeisterarchitektur; Ostbau zwischen Neuklassizismus und Expressionismus
- Bauherrschaft
- Kaspar Märki, Schreinermeister; ab 1925 Friedrich Kündig, Armaturenfabrik
- Baumeister
- Friedrich Bürgi; Ostbau laut Beschrieb Friedrich Leder
- Schutz
- schützenswert, Baugruppe Matte
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Im unteren Teil der Wasserwerkgasse in der Matte wechselt die Bebauung zu kleineren Häusern, die ihren Giebel der Gasse zuwenden und an den Traufseiten aneinanderstossen. Dazu gehört die Liegenschaft Wasserwerkgasse 3 mit zwei Gebäuden. Das ältere, westliche entstand 1899–1900 als einfacher Fachwerkbau, der später verputzt wurde; zur Gasse zeigt es eine gemauerte Giebelfront. Das Bauinventar nennt es typische, anspruchslose Baumeisterarchitektur. Studiert wurde auch eine Fassade mit Treppengiebel und verziertem Sichtbackstein, die aber nie gebaut wurde.
Bauherr war der Schreinermeister Kaspar Märki. Seine Schreinerei sass seit 1897 im Eckhaus Wasserwerkgasse 8 auf der anderen Strassenseite; die Häuser Nr. 1 und 3 gehörten von 1899 bis um 1925 dazu. Nach dem Gruppentext der Denkmalpflege verband Märki in seinen Bauten Werkstätten mit Wohnungen. Als Baumeister des Westbaus nennt das Inventar Friedrich Bürgi.
1925 ging das Areal an Friedrich Kündig, der eine Armaturenfabrik führte. Er liess die Häuser sanieren und 1925–26 im Osten einen Neubau für eine Giesserei errichten. Dieser Bau fällt deutlich stärker auf: Er ist symmetrisch, mischt Anklänge an Neuklassizismus und Expressionismus und zeigt feine Details an Fenstern und Putzornamenten. Im ersten Obergeschoss sitzen drei gekuppelte Fenster unter einer Verdachung, die wie eine Lotusblüte vorkragt. Über dem hinteren Teil des Firsts steht ein Dachhaus über einem zwei Geschosse hohen Raum; es prägt die Silhouette zur Aare hin. Die Rückseite wiederholt die Schaufront vereinfacht und, weil die Parzelle sich verjüngt, um zwei Achsen kürzer.
Beim Urheber des Ostbaus sind die Angaben nicht einheitlich: Der Beschrieb des Bauinventars nennt Baumeister Friedrich Leder und bezeichnet das Haus als eines seiner letzten Werke, die Bauchronik auf demselben Blatt dagegen Friedrich Bürgi. Der Gruppentext erwähnt zudem ein letztes Projekt Märkis für ein zweites Gebäude, kurz vor dem Verkauf. 1967–68 und 1995–96 baute der Architekt Vincenzo Somazzi die Häuser um, zuletzt mit neuer Nutzung. Das zugehörige Haus Nr. 1 wurde 2006 abgebrochen. Wasserwerkgasse 3 ist schützenswert und gehört zur Baugruppe Matte. Suchen Sie an der Fassade die vorkragende Verdachung über dem Dreierfenster.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Wasserwerkgasse 3 · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Matte · Wikidata: Q139695569
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