Wattenwylhaus an der Herrengasse 23
Das Wattenwylhaus an der Herrengasse 23 in der Berner Altstadt erhielt um 1760 eine Barockfassade von Erasmus Ritter; 1942 wohnte hier Allen Dulles.

- Adresse
- Herrengasse 23
- Baujahr
- Mittelalterlicher Kern; Umbau ab 1690; Fassade um 1760–1764
- Architekt
- Erasmus Ritter (Fassade)
- Stil
- Barock
- Heute
- Wohnhaus; Kulturgut von nationaler Bedeutung
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Die Herrengasse führt vom Casino zum Münster. Auf ihrer Südseite fällt das Haus Nummer 23 durch eine streng gegliederte Barockfassade auf. Dahinter steckt ein mittelalterlicher Kern: Das Gebäude ist aus mehreren älteren Häusern zusammengewachsen, deren Spuren man im östlichen Teil noch erkennt. Ab 1690 vereinte die Familie von Büren die Liegenschaften und baute sie um.
1756 kaufte David Salomon von Wattenwyl das Haus. Für ihn gestaltete der Berner Architekt Erasmus Ritter (1726–1805) die Hauptfassade neu, vermutlich um die vielen Umbauten der vorangegangenen Jahrzehnte hinter einer einheitlichen Front zu verbergen. Die Angaben zur Bauzeit gehen auseinander: genannt werden 1760, 1760 bis 1764 sowie 1762 bis 1764. Ritter hatte in Paris bei Jacques-François Blondel studiert und war ab 1756 in Bern als Architekt tätig; das Haus gilt als eines seiner wichtigsten Werke.
Die Fassade hat fünf Achsen über einem Erdgeschoss mit Quaderung. In den beiden Obergeschossen trennen flache Pilaster die Achsen, die drei mittleren sind durch Kapitelle hervorgehoben. Darüber sitzt ein Mansarddach, das in der Mitte von einem Segmentgiebel mit dem Familienwappen durchbrochen wird, flankiert von runden Dachfenstern. Der Schmuck beschränkt sich auf Schlusssteine, eine Girlande und das Wappen. Auffällig ist, dass die Haustür nicht in der Mitte liegt, sondern in der rechten Achse. Vor dem Haus steht der Herrengassbrunnen; seine Säule mit der Vase wird ebenfalls Ritter zugeschrieben.
Rund zweihundert Jahre blieb das Haus bei der Familie von Wattenwyl. Ab 1930 war es in Mietwohnungen aufgeteilt, und ab 1942 lebte im Erdgeschoss der Amerikaner Allen Dulles, der von hier aus die Aussenstelle des Geheimdienstes OSS in der Schweiz leitete und später Direktor der CIA wurde. 1954 verkaufte die Familie das Haus; laut englischsprachiger Wikipedia an die Stadt, Wikidata nennt die Burgergemeinde Bern als Eigentümerin. Erst seit 1906, als ein benachbartes Schulhaus mit Treppenturm abgebrochen wurde, ist die Fassade frei zu sehen. Das Haus ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Wikipedia (en): Herrengasse 23 (Bern) · Wikipedia (de): Herrengasse (Bern) · Wikipedia (de): Erasmus Ritter (Architekt) · Bauinventar der Stadt Bern: Untere Altstadt (Übersicht, ohne Einzelblatt) · Wikidata: Q5743927
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