Tscharnerhaus an der Herrengasse 4
Das Tscharnerhaus an der Herrengasse 4 in der Berner Altstadt entstand ab 1756 bzw. 1760 als Stadtpalais und gilt als Hauptwerk des bernischen Spätbarocks.

- Adresse
- Herrengasse 4
- Baujahr
- 1760–1764 (KGS) bzw. 1756–1764 (Wikipedia)
- Architekt
- wohl Niklaus Sprüngli
- Stil
- Spätbarock/Louis XV (KGS) bzw. Régence (Wikipedia)
- Heute
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (A)
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
An der Herrengasse, kurz vor dem Münsterplatz, tritt auf der Westseite ein Haus etwas vor die Nachbarfront und gibt dem Platz damit einen monumentalen Abschluss. Es ist das Tscharnerhaus an der Herrengasse 4. Anders als die meisten Altstadthäuser hat es keine Lauben. Die Fassade ist vier Fensterachsen breit, die beiden mittleren sind als Risalit leicht nach vorne gezogen. Über einem Sockelgeschoss folgen zwei Hauptgeschosse und eine niedrige Attika.
Bauherr war Abraham Ahasver Tscharner. Für ihn wurden zwei ältere Häuser abgebrochen und durch den heutigen Bau ersetzt. Als Bauzeit nennt das Kulturgüterinventar des Bundes 1760 bis 1764, Wikipedia gibt 1756 bis 1764 an. Der Entwurf stammt nach beiden Quellen wahrscheinlich von Niklaus Sprüngli, der auch als Stadtbaumeister von Bern wirkte; belegt ist das aber nicht.
Den Schmuck der Fassade lohnt es sich genau anzusehen: Konsolen am Portal, Girlanden am Risalit und oben eine kunstvolle Kartusche mit dem Wappen der Tscharner und zwei Greifen als Schildhalter. Die Girlanden der Wappenkartusche sind frei ausgearbeitet; sie werden Johann Friedrich Funk I oder Christian Reist zugeschrieben. Bemerkenswert sind auch die schwungvollen, fast abstrakten Fenstergitter. Bei der Einordnung des Stils weichen die Quellen ab: Wikipedia sieht hier das einzige reine Ensemble der Régence in Bern, das Kulturgüterinventar spricht vom Spätbarock und dem Louis XV.
Die Wohnräume liegen alle gegen die Gasse oder den Münsterplatz und erhalten so viel Sonne. Nach hinten schliesst ein schlichter rechteckiger Hof an. 2006 wurde das Haus umgebaut und die Fassade restauriert; es ist als Kulturgut von nationaler Bedeutung eingestuft. Nicht verwechseln sollte man es mit dem zweiten Tscharnerhaus am Münsterplatz 12, das schon 1735 für Beat Jakob Tscharner gebaut wurde.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: KGS-Inventar (BABS/GSK): Herrengasse 4, KGS 9120 (Wayback-Kopie) · Wikipedia (de): Tscharnerhaus (Herrengasse 4) · Stadt Bern: Altstadtbeschriftung (Münsterplatz 12, zur Abgrenzung) · Wikidata Q1336224 · Bauinventar der Stadt Bern: Untere Altstadt, alle Adressen (nur Liste)
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