Wohnstock Riedern
Der Wohnstock an der Riedernstrasse 42 ist das um 1700 erbaute Herrenhaus der einstigen Campagne Riedern im äussersten Westen der Stadt Bern.

- Adresse
- Riedernstrasse 42
- Baujahr
- um 1700
- Architekt
- unbekannt
- Stil
- Barock
- Heute
- Wohnhaus; Kulturgut von regionaler Bedeutung (B)
- Schutz
- Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Ganz im Westen der Stadt, im Stadtteil Bümpliz-Oberbottigen, liegt der kleine Weiler Riedern am Südhang des Wohleibergs, gut fünfzig Meter höher als das Tal des Gäbelbachs. Früher lief die Strasse von Bern nach Murten mitten durch diese Häusergruppe. Nicht weit davon liess sich um 1700 eine wohlhabende Familie einen Landsitz bauen, die Campagne Riedern. Ihr Herrenhaus, der Wohnstock an der Riedernstrasse 42, wurde zum Mittelpunkt einer eigenen Hofgruppe. Wer ihn errichtet hat und für wen, ist nicht überliefert.
Von den Bauernhäusern der Umgebung unterscheidet sich der Bau auf den ersten Blick. Er ist zweigeschossig und verputzt, darüber sitzt ein grosses Walmdach, dessen Flächen einen Knick machen. Die Fenster sind ringsum regelmässig in vier Achsen gesetzt und haben Oberlichter mit 24 kleinen Scheiben. Das Erdgeschoss ist mit Sandstein gegliedert, mit gerahmten Fenstern und Lisenen an den Ecken.
Den eigentlichen Reiz macht das Obergeschoss aus: Auf drei Seiten läuft eine hölzerne Laube um das Haus, deren Öffnungen von bogenförmig ausgesägten Brettern gefasst sind. Auf der Brüstung dieser Laube ist eine Malerei angebracht, die räumliche Tiefe vortäuscht. Dazu kommen Fenstergewände mit „Ohren“ an den Ecken, Fensterläden mit geflammtem Anstrich und eine Haustür aus Eichenholz mit kräftig profiliertem Rahmen. Zum Herrensitz gehören ausserdem ein gekiester Vorhof und ein ummauerter Garten mit Buchshecken.
Das stattliche Bauernhaus nebenan an der Riedernstrasse 42a steht an der Stelle des früheren Lehenshauses, in dem die Pächter der Campagne lebten. 1966 wurde der Wohnstock umgebaut und 1967/68 restauriert. Seit 2001 steht er per Regierungsratsbeschluss unter Schutz; im Schweizer Kulturgüterinventar ist er als Objekt von regionaler Bedeutung eingetragen. Wer heute vorbeikommt, sollte auf die bemalte Laubenbrüstung achten, das auffälligste Detail des Hauses.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Riedernstrasse 42 · Bauinventar der Stadt Bern: Riedernstrasse 42a · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Riedern · ISOS Ortsbild Riedern (Bern), Nr. 1066 · Wikidata Q29651757
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