Wohnhochhäuser im Tscharnergut
Die fünf Wohnhochhäuser an der Waldmannstrasse in Bern-Bethlehem entstanden 1961–1965 und sind die Türme der Siedlung Tscharnergut.

- Adresse
- Waldmannstrasse 15, Waldmannstrasse 15a, Waldmannstrasse 31, Waldmannstrasse 31a …
- Baujahr
- 1961–1965 (Siedlung 1958–1965)
- Architekt
- Architektengemeinschaft Tscharnergut (Lienhard & Strasser, H. + G. Reinhard, E. Helfer, W. Kormann, E. Indermühle)
- Stil
- Nachkriegsmoderne
- Heute
- Wohnhochhäuser, Nr. 15 Studentenwohnheim
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Im Westen Berns, an der Waldmannstrasse in Bethlehem, ragen fünf Hochhäuser mit je 20 Geschossen auf. Sie sind die Senkrechten der Siedlung Tscharnergut, die zwischen 1958 und 1965 mit 1168 Wohnungen auf früherem Landwirtschaftsland entstand. Die Stadt hatte das Gelände 1948/49 erworben, Wikipedia nennt 1949; laut Wikipedia war das Tscharnergut am Ende der 1950er-Jahre das grösste Wohnbauprojekt der Schweiz.
1955 schrieb die Stadt einen Ideenwettbewerb unter acht Berner Büros aus, den Lienhard & Strasser gewannen. Gebaut wurde die Siedlung von einer Architektengemeinschaft, zu der neben ihnen das Ehepaar Reinhard sowie Eduard Helfer, Ernst Indermühle und Werner Kormann gehörten; Bauherren waren die Familienbaugenossenschaft Bern, die Immobiliengesellschaft Promet AG des Metallarbeiterverbands SMUV und die Baugenossenschaft Brünnen-Eichholz. Neben den Türmen gehören acht achtgeschossige Scheibenhäuser, niedrigere Wohnblöcke, Reiheneinfamilienhäuser, Läden, Kindergärten und eine Schule zur Siedlung, die ohne Durchgangsverkehr auskommt.
Die Hochhäuser waren im Plan als Punkthäuser gedacht, wurden aber über einem länglichen Grundriss gebaut. Teilweise vorfabrizierte Betonelemente erlaubten eine rasche Ausführung: Die ersten beiden, Nummer 31 und 45, entstanden 1961–1963, die übrigen drei bis 1965. Auf der Nordseite sind die Treppenhäuser und Lifte wie Bügel an die Baukörper gestellt. Die streng gerasterten Fassaden wechseln zwischen Bändern aus Fenstern und Brüstungen, vorgestellten Balkonloggien und hohen, fein gefugten Wandfeldern.
Das Haus Nummer 15 weicht ab: Es diente als Studenten- und Behindertenwohnheim, hat einen kleineren Grundriss, nur ein Treppenhaus und ein begehbares Dach, und wurde 2010 zum Studentenwohnheim umgebaut. 1990 wurden die Türme betonsaniert. Die gemischte Bauweise und die Mischung der Bewohnerschaft fanden in der Schweiz und im Ausland Beachtung und wurden zum Vorbild für weitere Grossüberbauungen. Zur Anlage gehört die Skulptur „Marabut“ von René Ramp aus dem Jahr 1984, ein riesiger Spielwürfel aus Beton mit Brunnen.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Waldmannstrasse 15, 15A, 31, 31A, 45, 45A, 61, 61A, 67A, 75 · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Tscharnergut · Wikipedia (de): Tscharnergut · Wikidata: Wohnhochhäuser Tscharnergut (Q114225890)
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