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Ehemaliges Wasch- und Ofenhaus Brünnengut

Der Pavillon von 1765 im Garten des Brünnenguts in Bern-Bethlehem war einst Wasch- und Ofenhaus; Säulenhalle und Mansartdach prägen ihn.

Ehemaliges Wasch- und Ofenhaus Brünnengut, Bern
Foto: Roland Zumbuehl, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · Quelle
Adresse
Brünnenstrasse 8
Baujahr
1765, Wiederaufbau 1982
Architekt
Niklaus Sprüngli (zugeschrieben); Wiederaufbau Andreas Furrer
Heute
Gartenpavillon der Baugruppe Brünnengut, im Bauinventar schützenswert
Schutz
schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

Im Westen Berns, auf einer Geländeterrasse oberhalb der Murtenstrasse, liegt das Brünnengut, einer der wenigen erhaltenen Landsitze in Bethlehem. Am Südrand seines Gartens steht ein kleiner, auffallend fein gestalteter Bau: ein Pavillon mit Säulenhalle und hohem Mansartdach. Er entstand 1765 und hatte zunächst eine ganz praktische Aufgabe. Hier wurde gewaschen und gebacken.

Wer den Entwurf lieferte, ist nicht belegt. Die städtische Denkmalpflege schreibt ihn mit Vorbehalt Niklaus Sprüngli zu, der um dieselbe Zeit wohl auch das Herrenhaus des Guts nach Westen verlängerte. Sprüngli (1725–1802) hatte sich in Paris weitergebildet und gehört mit der Hauptwache und dem Hôtel de Musique zu den prägenden Architekten des spätbarocken Bern.

Die Schauseite des Pavillons wendet sich dem Herrenhaus und dem Garten zu. In ihrer Mitte sitzt eine Tür mit Stichbogen und Schlussstein, links und rechts davon je ein Fenster mit derselben Bogenform. Diese Dreiteilung nimmt die tiefe Vorhalle auf, deren Dach von vier Säulen getragen wird; auch die beiden Seitenfassaden sind dreiteilig aufgebaut. Die Wände werden durch Lisenen an den Ecken sowie durch Gesimse am Sockel und unter dem Dach gegliedert, Türen und Fenster sind in Sandstein gefasst. 1982 wurde der Pavillon unter der Leitung des Berner Architekten Andreas Furrer wieder aufgebaut.

Zum Ensemble gehören ausserdem das Herrenhaus von 1678, ein Bauernhaus und ein Speicher, der früher als Pfrundspeicher an anderer Stelle stand. Vor der Südfront des Herrenhauses liegt ein französischer Garten, dessen Felder von Buchshecken streng geometrisch eingefasst werden. Der Pavillon bildet seinen Blickpunkt: Achten Sie darauf, wie genau seine Säulenfront auf das Herrenhaus ausgerichtet ist.

Im 15. Jahrhundert war Schultheiss Petermann von Krauchtal Besitzer des Guts; später folgten mehrere Familien, darunter die von Erlach, die Lentulus und die von Graffenried. Zwischen 1882 und 1968 war hier eine Erziehungsanstalt untergebracht. Als in der Nähe die Autobahn gebaut wurde, blieben Herrenhaus, Pavillon und ein Wirtschaftsgebäude stehen. Heute gilt die Anlage im städtischen Bauinventar als schützenswert.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Brünnenstrasse 8 · Bauinventar der Stadt Bern: Brünnenstrasse 4 (Landgut Brünnen) · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Brünnengut · Bauinventar der Stadt Bern: Quartiergeschichte Bümpliz-Bethlehem · Wikipedia (de): Niklaus Sprüngli · Wikidata: Q114242339

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Brünnenstrasse 8

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