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Kunst in Bern · Werk

Orbit

Orbit von Walter Linck, Bernastrasse, hinter Nationalbibliothek, Bern
Foto: AnBuKu, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · Quelle
Künstler*in
Walter Linck
Jahr
1972
Material
Eisen
Ort
Bernastrasse, hinter Nationalbibliothek

Geschichte des Werks

Auf der Wiese hinter der Nationalbibliothek, zur Bernastrasse hin, ragt eine schlanke Konstruktion aus dunklem Eisen deutlich über Kopfhöhe auf. Um einen senkrechten Mast legen sich mehrere lange, schmale Bänder zu offenen Schlaufen, die unten und oben wieder zusammenlaufen; ganz oben sitzt eine kleine Kugel. Das Verzeichnis der Stadt Bern datiert das Werk auf 1972 und nennt Eisen als Material.

Die Form entspricht dem, was das Künstlerlexikon SIKART über Lincks Spätwerk festhält: In den 1960er- und 1970er-Jahren übertrug er seine Ideen von Bewegung auf grosse Arbeiten, bei denen gestaffelte Schlaufen einen Kreislauf anschaulich machen. Als Beispiel nennt SIKART eine Arbeit mit dem Titel „Orbite“ aus den Jahren 1970 bis 1972 bei der Schweizer Botschaft in Washington. Ob die Berner Plastik eine Fassung desselben Entwurfs ist und wer sie in Auftrag gab, geht aus den eingesehenen Quellen nicht hervor.

Das Gebäude dahinter entstand 1929 bis 1931 als Schweizerische Landesbibliothek. Nach einem Wettbewerb von 1927 bauten es die Architekten Alfred Oeschger, Josef Kaufmann und Emil Hostettler gemeinsam. Das Bauinventar der Stadt Bern würdigt den Bau als frühe, wegweisende Leistung des Neuen Bauens in Bern; seit 2007 heisst die Institution Nationalbibliothek.

Walter Linck kam 1903 in Bern zur Welt; das Historische Lexikon der Schweiz und SIKART nennen den 3. Februar, die deutschsprachige Wikipedia den 5. Februar. Sein Vater war der Maler Ernst Linck. Er lernte an der Gewerbeschule Bern, in der Metallklasse der Kunstgewerbeschule Zürich und an der Akademie in Berlin. Zunächst schuf er Figuren und Bildnisse, darunter 1935 den Reisläufer auf dem Bärenplatzbrunnen. 1943 zerstörte er fast sein ganzes bisheriges Werk, nach SIKART versenkte er es in der Aare. Danach arbeitete er nur noch mit Metall, ab 1952 vor allem mit beweglichen Gebilden aus Draht und Federstahl. 1959 war er an der documenta II in Kassel vertreten, 1966 an der Biennale in Venedig. Er starb am 3. Januar 1975 in Reichenbach bei Zollikofen.

Wer beide Werke sehen will, kann „Orbit“ mit dem Reisläufer auf dem Bärenplatz vergleichen: zwei Arbeiten desselben Bildhauers, zwischen denen fast vier Jahrzehnte und der Bruch von 1943 liegen.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Kultur Stadt Bern, Kunst im öffentlichen Raum (offene Daten) · SIKART Lexikon: Walter Linck · Historisches Lexikon der Schweiz: Walter Linck · Wikipedia (de): Walter Linck · Bauinventar der Stadt Bern: Hallwylstrasse 15 (Landesbibliothek) · Wikimedia Commons: Foto des Werks (Ansicht)

Lage in Bern
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Bernastrasse, hinter Nationalbibliothek

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Daten: Kultur Stadt Bern (offene Daten „Kunst im öffentlichen Raum“). Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.