Büste Bundesrat Jakob Stämpfli (1820-1879)

- Künstler*in
- Karl Alfred Lanz
- Jahr
- 1884
- Material
- Bronze auf Sockel (E. Gruet Jnr, Fondeur Paris)
- Ort
- Universität Bern, Hauptgebäude, 3012 Bern, Grosse Schanze, rechts vom Eingang
Geschichte des Werks
Neben dem Haupteingang der Universität an der Grossen Schanze, auf der rechten Seite, steht auf einem Sockel die Bronzebüste von Jakob Stämpfli (1820–1879). Sie stammt aus dem Jahr 1884, als Bildhauer ist Karl Alfred Lanz verzeichnet, als Giesserei nennt das städtische Verzeichnis E. Gruet in Paris. Die Allgemeine Deutsche Biographie beschreibt das Denkmal auf der Grossen Schanze als schlicht: eine Büste aus Bronze auf einem Sockel aus Granit deren Inschrift ‚Jacob Stämpfli 1820—1879‘ lautet. Zur Enthüllung 1884 erschien eine kleine Gedenkschrift von U. Hohl.
Stämpfli wurde am 23. Februar 1820 bei Wengi geboren und wuchs auf einem Bauernhof auf. Ab 1840 studierte er Recht in Bern, 1845 gehörte er zu den Gründern der „Berner Zeitung“ und wurde ihr erster Redaktor. Als Berner Regierungsrat ersetzte er laut dem Historischen Lexikon der Schweiz die Feudalabgaben durch eine Einkommenssteuer. Im Dezember 1854 wurde er in den Bundesrat gewählt, dem er bis 1863 angehörte; als Bundespräsident vertrat er die Schweiz im Neuenburger- und im Savoyerhandel. Später präsidierte er die Eidgenössische Bank und wirkte 1872 im Alabama-Schiedsgericht mit. Er starb am 15. Mai 1879 in Bern und wurde auf dem Bremgartenfriedhof begraben.
Karl Alfred Lanz (1847–1907) stammte aus La Chaux-de-Fonds, lernte zunächst Graveur in Biel und studierte danach in München und von 1875 bis 1877 in Paris an der École des Beaux-Arts. Nach seinem Denkmal für General Dufour in Genf, das 1884 enthüllt wurde, erhielt er weitere grosse Aufträge, etwa für Pestalozzi in Yverdon. Er schuf Büsten von Politikern und Bauplastik für das Kunstmuseum Bern, das Bundeshaus und die Universität.
Die Büste ist älter als das Gebäude, vor dem sie heute steht: Das Hauptgebäude der Universität errichteten die Architekten Hodler und Joos erst von 1900 bis 1903 nach einem Wettbewerb von 1898. Ein Blick nach oben lohnt sich: Auf der Attikabalustrade über dem Mittelbau steht die Statue der Wissenschaft, ebenfalls von Alfred Lanz.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Kultur Stadt Bern, Kunst im öffentlichen Raum (offene Daten) · Allgemeine Deutsche Biographie: Stämpfli, Jacob (K. Geiser) · HLS: Stämpfli, Jakob · Wikipedia: Jakob Stämpfli · HLS: Lanz, Karl Alfred · Wikipedia: Alfred Lanz · Wikipedia (de): Karl Alfred Lanz · Bauinventar Stadt Bern: Hochschulstrasse 4 (Universität, Hauptgebäude)
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