Grosses Piano Rhythmique

- Künstler*in
- Walter Linck
- Jahr
- 1954
- Material
- Eisen, bemalt
- Ort
- Tiefenauspital, neben Haupteingang
Geschichte des Werks
Neben dem Haupteingang des früheren Tiefenauspitals an der Tiefenaustrasse 112 steht eine bemalte Konstruktion aus Eisen. Walter Linck hat sie 1954 geschaffen. Im Lexikon SIKART heisst sie „Piano rythmique, grand“, das städtische Verzeichnis schreibt „Grosses Piano Rhythmique“. SIKART beschreibt sie als Konstruktion mit pendelnden Stangen und nennt sie zusammen mit der „Grasharfe“ von 1952/53 als Beispiel dafür, wie nahe Lincks Bewegungsspiel dem Rhythmus der Musik kommt.
Die Plastik war ein Ausstellungsstück, bevor sie nach Bern kam. Laut den Unterlagen der Stiftung Schweizerische Plastikausstellung, die die Universität Bern online aufbereitet hat, war sie 1954 an der ersten Schweizerischen Plastikausstellung in Biel zu sehen. 1975 kehrte sie für die sechste Ausgabe zurück, als Teil der Rückschau „Hommage à Marcel Joray“. Heute steht sie auf dem Gelände des Krankenhauses.
Linck, 1903 in Bern geboren und Sohn des Malers Ernst Linck, lernte in Bern und Zürich und studierte danach Bildhauerei in Berlin. In Paris verdiente er sich ab 1928 sein Brot mit Figuren und Porträts; in Bern stammt von ihm der heimkehrende Söldner mit dem kleinen Bären auf dem Bärenplatzbrunnen. 1943 zerstörte er fast sein ganzes bis dahin entstandenes Werk. Seit 1950 arbeitete er mit Draht und Blech, ab 1952 mit Federstahl, und baute bewegliche, abstrakte Plastiken. 1959 war er an der documenta II in Kassel vertreten. Er starb 1975; als Sterbeort nennt Wikipedia Reichenbach bei Zollikofen, SIKART Bern.
Das Krankenhaus war 1913 als zweites städtisches Krankenhaus gegründet worden; der Wirtschaftstrakt von Lindt & Hofmann stammt aus den Jahren 1912/13. Im Dezember 2023 wurde der Betrieb eingestellt. Wer heute vor der Plastik steht, sollte auf die einzelnen Stangen achten: Sie sind so angebracht, dass sie pendeln können; bei Lincks beweglichen Arbeiten geraten solche Teile laut SIKART schon durch Luftströmungen in Bewegung.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Kultur Stadt Bern, Kunst im öffentlichen Raum (offene Daten) · Wikipedia (de): Walter Linck · Wikipedia (de): Tiefenauspital · SIKART: Walter Linck (Michael Baumgartner) · HLS: Walter Linck · Universität Bern, Things that Matter (Omeka): Piano rhythmique, grand (1954) von Walter Linck · Universität Bern, Things that Matter (Omeka): Walter Linck, Piano rhythmique (1954), 6. SPA 1975 · Bauinventar Stadt Bern: Tiefenaustrasse 112, 112D · Wikimedia Commons: Eisenplastik Piano rythmique, grand (Walter Linck 1954)
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Daten: Kultur Stadt Bern (offene Daten „Kunst im öffentlichen Raum“). Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.