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Kunst in Bern · Werk

Circuspferde, waren schon immer ein Traum für mich

Circuspferde, waren schon immer ein Traum für mich von Willy Weber, Tiefenauspital, Tiefenaustrasse Grünfläche zwischen 108 und 110, Bern
Foto: AnBuKu, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · Quelle
Künstler*in
Willy Weber
Jahr
1971
Material
Sprengplastik, Chromstahl
Ort
Tiefenauspital, Tiefenaustrasse Grünfläche zwischen 108 und 110

Geschichte des Werks

Auf der Wiese zwischen den Häusern Tiefenaustrasse 108 und 110 steht eine Plastik aus Chromstahl mit dem langen Titel „Circuspferde, waren schon immer ein Traum für mich“. Willy Weber hat sie 1971 geschaffen. Wie bei seinen anderen Sprengplastiken wurde der Stahl mit Sprengstoff verformt; die verchromte Oberfläche spiegelt die Umgebung.

Der Standort gehört zum Gelände des früheren Tiefenauspitals. Dieses wurde 1913 als zweites städtisches Krankenhaus neben dem Zieglerspital gegründet, kam 2007 zum damaligen Krankenhausverbund und 2016 zur Insel Gruppe; am 15. Dezember 2023 endete der Krankenhausbetrieb. Das Bauinventar der Stadt beschreibt die beiden Nachbarbauten: den Personaltrakt Nr. 110 von 1964 und ein kleineres Nebengebäude Nr. 108, beide von den Architekten Dubach & Gloor für die Einwohnergemeinde errichtet. Sie stehen in einem offenen Grünraum mit einzelnen Bäumen südwestlich des Haupttrakts.

Weber kam am 16. Juni 1933 in Bern zur Welt und starb am 11. Mai 1998 in Boll-Sinneringen. Er wuchs in Muri auf, machte eine kaufmännische Lehre, verbrachte ein Jahr in Algerien und brachte sich danach das Malen selbst bei. 1962 entstanden laut SIKART die ersten Sprengplastiken. Ab 1968 arbeitete er mit poliertem Chromstahl; die Wikipedia setzt das Verchromen schon auf 1967 an. Harald Szeemann zeigte ihn in den 1960er-Jahren mehrmals in der Kunsthalle Bern, 1969 stellte Weber als Vertreter der Schweiz in São Paulo aus, 1972 an der Biennale in Venedig. 1971, im Entstehungsjahr dieser Plastik, schenkte die Eidgenossenschaft dem Kennedy Center in Washington sein grosses Chromstahlrelief „Apollo X“.

SIKART beschreibt, wie genau Weber die Ladungen auf Vorder- und Rückseite der Platten bemass, sodass Wölbungen und Durchbrüche vorhersehbar wurden. Durch die Spiegelung sollten die Betrachtenden ihre eigenen Bewegungen im Werk sehen. Vor Ort lohnt es sich daher, um die Plastik herumzugehen und das eigene Spiegelbild in den Beulen zu verfolgen.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Kultur Stadt Bern, Kunst im öffentlichen Raum (offene Daten) · Wikipedia (de): Willy Weber (Künstler) · SIKART: Willy Weber · Wikipedia (de): Tiefenauspital · Bauinventar der Stadt Bern: Tiefenaustrasse 110

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Tiefenauspital, Tiefenaustrasse Grünfläche zwischen 108 und 110

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